Die Ära von Trainer Thomas Schneider beim VfB beginnt mit einer gefühlten Niederlage Foto: dpa

Die Europa League findet in dieser Saison ohne den VfB statt. Im Play-off-Rückspiel gegen HNK Rijeka machte das Team des neuen Trainers Thomas Schneider zwar vieles besser als zuletzt, gereicht hat es trotzdem nicht. Die Wende muss nun an diesem Sonntag im Heimspiel gegen Hoffenheim kommen.

Stuttgart - Im roten Trainingsdress stand Thomas Schneider am Spielfeldrand und konnte kaum glauben, was er sah. Ausgerechnet Ibrahima Traoré, der Mittelfeldspieler, der 93 Minuten lang einer der besten auf dem Platz gewesen war, hatte sich soeben an der Mittellinie den Ball abnehmen lassen. Und natürlich nutzte Goran Mujanovic dieses Geschenk. Er lief alleine auf Keeper Sven Ulreich zu und besiegelte mit seinem Treffer in der vierten Minute der Nachspielzeit das Aus des VfB in der Europa League. Das 2:2 gegen HNK Rijeka war nach der 1:2-Pleite aus dem Play-off-Hinspiel zu wenig.

Die Ära von Trainer Thomas Schneider beim VfB beginnt damit mit einer gefühlten Niederlage. Dementsprechend enttäuscht war der Ex-U-17-Coach nach dem Schlusspfiff. „Wir sind für unsere beherzte Leistung nicht belohnt worden“, sagte er. Ausreden suchte der Nachfolger von Bruno Labbadia aber nicht: „Wir brauchen nichts schönzureden. Fakt ist: Wir machen zu leichte Fehler.“

Beiden Gegentreffern waren individuelle Patzer vorausgegangen. Ein Missverständnis zwischen Ulreich und Innenverteidiger Benedikt Röcker führte zum 0:1 durch Leon Benko (30.). Doch der VfB kam zurück: Mit einem unglaublichen Tor von Christian Gentner, der im Knien traf (34.). Und mehr noch: Dank eines von Traoré herausgespielten Eigentors des Kroaten Luca Maric (75.) stand es 2:1. Dann aber, als sich alle schon auf eine Verlängerung eingestellt hatten, lief der VfB nach einem eigenen Eckball in den Konter, der das Aus besiegelte. „Wir sind eine Profimannschaft, jeder muss wissen, was in so einer Situation wenige Sekunden vor Schluss zu tun ist“, ärgerte sich Gentner.

Dabei hatte sich der VfB verglichen mit den vorherigen Auftritten deutlich verbessert präsentiert, war mit viel Leidenschaft, Engagement und Mut in die Partie gegangen. Thomas Schneider brachte drei Tage nach seiner Beförderung zum Chefcoach im Vergleich zum 1:2 gegen Augsburg fünf Neue. Darunter den defensiven Mittelfeldspieler William Kvist, der zuletzt keine Rolle mehr gespielt hatte. Hinzu kamen Benedikt Röcker, Martin Harnik, Ibrahima Traoré und Cacau. Später sorgte dann der eingewechselte Stürmer Timo Werner (17) für viel Schwung. Am Ende aber reichte es nicht.

„Unsere Saison war anders geplant – mit der Europa League“, sagte Gentner geknickt, „jetzt müssen wir uns auf die Liga konzentrieren.“

Die Zuschauer hat der VfB aber zumindest wieder auf seiner Seite – auch das hat sich verbessert. Statt zu pfeifen, feierten 30 200 Fans am Donnerstagabend auch nach dem Spiel. „Niemals aufgeben“, sangen sie. Die VfB-Profis täten gut daran, diese Aufforderung am Sonntag zu beherzigen.

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