Wer mit Lot aus Polen nach Stuttgart fliegt bekommt das Ticket in Euro angeboten – bei Germanwings in Zloty . Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Flugpreise innerhalb der EU müssen nicht unbedingt in Euro angegeben werden, hat der Europäische Gerichtshof entschieden. Verbraucherschützer warnen vor einem Ende der Preistransparenz.

Luxemburg - Vielleicht ist es ja nur ein Zufall, dass der Erfolg des Online-Shopping und die Einführung des Euro in einem engen zeitlichen Zusammenhang stehen. Zwar liegen die Anfänge des elektronischen Einkaufs viel weiter zurück als der Wechsel von D-Mark zu Euro. Doch vor dem Beginn dieses Jahrtausends, als noch mit Mark und Schilling, mit Franc und Lira bezahlt wurde, war der grenzüberschreitende Mausklickeinkauf doch eher die Ausnahme. Der Euro hat das Leben für Preisvergleicher um ein Vielfaches einfacher gemacht. Diese Leichtigkeit sieht die Stuttgarter Verbraucherzentrale nun in Gefahr.

Objektive Verbindung zur Währung ist nötig

Am Donnerstag haben die Verbraucherschützer einen Gerichtsprozess verloren. Die Fluggesellschaft Germanwings, die inzwischen als Eurowings am Markt unterwegs ist, hatte im Internet einen Flug von London nach Stuttgart angeboten, den Preis jedoch nur in britischen Pfund ausgewiesen. Geht nicht, meinten die Verbraucherschützer, aus Gründen der Vergleichbarkeit müsse dies auch in Euro geschehen. Geht doch, entschied nun der Europäische Gerichtshof. Auch bei Flügen innerhalb der EU müssten die Preise nicht zwingend in Euro angegeben werden. Völlige Willkür bei der Währungsangabe haben die Fluggesellschaften aber nicht. Es brauche einen „objektive Verbindung“ zur angegebenen Währung, so die Richter. Britische Pfund beim Abflugort London reiche aus.

Die Stuttgarter Verbraucherschützer denken nun einen Schritt weiter. Was Fluggesellschaften recht ist, das könne anderen Unternehmen nur billig sein, befürchtet man dort. Und wenn zahlreiche Internetfirmen, die ihren Sitz in Ländern haben, in denen nicht mit dem Euro bezahlt wird, künftig andere Währungen hinter die zu zahlende Ziffer schreiben, dann sei es dahin mit der Preistransparenz. Dann herrsche Preisverwirrung – fast so wie vor der Einführung des Euro.

König Kunde hat es in den Fingern

Beim Kauf von Flugtickets hat der Kunde aber doch eine Wahl. Wer mit Eurowings von Kopenhagen oder Warschau nach Deutschland reisen will, bekommt den Preis in Kronen oder Zloty angezeigt. Die gleiche Strecke bei der skandinavischen SAS oder der polnischen Lot gebucht wird in Euro abgerechnet. Es kommt also auf die Fluggesellschaft an.

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