Für jedes gekaufte Handy bekommen Kunden bislang ein kostenloses Ladegerät dazu. Foto: imago / Winfried Rothermel

Es ist höchste Zeit, dass die EU-Kommission gegen den Elektroschrott durch Ladegeräte für Handys vorgeht, sagt Brüssel-Korrespondent Markus Grabitz.

Brüssel - Im Verhältnis zum Green Deal ist das einheitliche Ladekabel ein überschaubares Problem. Daher ist es unverständlich, warum Europa seit Jahren beim Thema Elektroschrott nicht vorankommt. Im Schnitt kauft jeder dritte Europäer einmal im Jahr ein neues Handy. Bei 150 Millionen Neugeräten kommt da ein großer Haufen an alten Ladegeräten und Ladekabeln zusammen, die irgendwo in Schubladen, Aktenkoffern und auf Schreibtischen liegen und auf die Entsorgung warten.

 

Es handelt sich eigentlich um ein Apple-Problem. Der US-Hersteller hält als einziges Unternehmen an seinem speziellen Stecker fest – wohl auch, um sich von der preiswerteren Konkurrenz abzuheben. Bei den anderen Herstellern läuft es eher auf den gleichen Stecker hinaus.

Nur was einen Preis hat, hat auch einen Wert

Hier ist die EU gefordert. Mit einer Regulierung kann sie Standards setzen. Sie muss nicht einmal die Kraftprobe mit dem US-Unternehmen wagen. Es würde völlig ausreichen, den Verkauf des mobilen Endgerätes und der Lade-Utensilien voneinander abzukoppeln. Dann würde der Verbraucher nur dann nachkaufen, wenn er wirklich ein neues Ladegerät braucht. Nur was einen Preis hat, hat auch einen Wert. Die meisten Handykäufer würden erst einmal prüfen, ob sich nicht in einer Schublade noch ein taugliches altes Ladegerät findet, bevor ein neues angeschafft würde. Dies wäre ein ebenso wirksamer wie überfälliger Beitrag des EU-Gesetzgebers gegen die immer höheren Elektroschrott-Halden.