Sie sei ein „Querkopf im besten Sinne“, sagen wohlmeinende EU-Parlamentarier über die Heidenheimerin Ingeborg Gräßle Foto: dpa

Seit über vier Jahren leitet die Europaabgeordnete Ingeborg Gräßle den Haushaltskontrollausschuss des Europaparlaments. Ihre Aufgabe ist es, die konkrete Verwendung der EU-Subventionen zu überwachen. Damit hat sie sich nicht nur Freunde gemacht.

Brüssel - Dafür hat Ingeborg Gräßle lange gekämpft: Der tschechische Konzern Agrofert erhält vorerst keine EU-Subventionen mehr. Seit Jahren drang die Vorsitzende des Haushaltskontrollausschusses des Europaparlaments darauf, dem Unternehmen des Milliardärs Andrej Babis auf die Finger zu klopfen. Babis trat 2011 in die Politik ein, wurde 2014 Finanzminister, trat Mitte 2017 wegen Steuerbetrugsvorwürfen zurück und ist nun seit Ende 2017 Regierungschef von Tschechien. „Wir verfolgen diesen Interessenskonflikt seit 2014. Die Zahlungen der EU an die Firmen von Babis wuchsen seitdem von 42 Millionen auf 82 Millionen Euro“, sagt die CDU-Europaabgeordnete aus Heidenheim. Leider habe die EU-Kommission erst spät auf die Machenschaften reagiert.

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