Die EU will ihre Außengrenzen besser schützen, doch auch für Kontrollen an den Binnengrenzen mehren sich die Stimmen. Foto: dpa

Die Rückkehr zu Schlagbäumen als Folge der Abschottung der EU gegenüber Migranten wäre sehr kostspielig, kommentiert Norbert Wallet.

Berlin - Wohlgemerkt, Europa ist nicht deshalb eine großartige und schützenswerte Idee, weil durch einen grenzfreien Raum von Portugal bis Polen die Geschäfte besser laufen und der Handel reibungsloser funktioniert. Ein geeintes Europa ist ein Friedensprojekt. Helmut Kohl war nie müde geworden, daran zu erinnern. Für Konrad Adenauer war das vollkommen selbstverständlich. Es ist aber nicht mehr selbstverständlich. Europa als Freiheitsraum, gestützt auf gemeinsame Überzeugungen von Menschenwürde, Toleranz und demokratischer Offenheit – das war die Grundidee der europäischen Einigung. In Zeiten, da dummgefährliche Nationalisten in vielen Ländern ihre angstgetränkten Botschaften der Abschottung anpreisen, darf man daran erinnern.

Aber es ist auch hilfreich, nicht immer ganz so hoch zu greifen, ganz so viel Pathos zu bemühen. Deshalb sind die Warnungen der Wirtschaftsforscher wichtig. Die Rückkehr zu Kontrollen und Schlagbäumen in Europa ist, ganz nüchtern gesehen, eben einfach auch eine sehr teure Sache. Das ist ihre Botschaft. In Zeiten, da sich die ökomischen Prognosen eher eintrüben und Handelskriege drohen, sollte niemand dem Handel und der Wirtschaft unnötige Belastungen aufbürden. Das ist ein guter Hinweis. Wenn auch nicht der entscheidende.

norbert.wallet@stzn.de

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