Brüssel verbietet Einwegprodukte aus Kunststoff – wie zum Beispiel Trinkhalme. Foto: dpa

Brüssel sollte nicht zimperlich sein beim obersten Ziel, Plastik nicht nur zu recyceln, sondern von vornherein zu vermeiden, kommentiert Daniel Gräfe.

Stuttgart - Treibt Plastikmüll in den Meeren, schwimmen Einwegprodukte wie Trinkhalme, Plastikgabel und -teller oft obenauf. Gut, dass die EU wenigstens den gängigsten Einweg-Müll vermeiden und vom Markt verbannen will. Oft kann man ihn leicht ersetzen – das Wurstbrötchen für unterwegs lässt sich auch mit der Serviette in der Hand essen. Natürlich ist das Verbot von Einwegplastik auch ein Stück Symbolpolitik und nur ein kleiner Schritt auf dem Weg zur Abfallvermeidung. Aber auch ein wichtiger.

Was spricht gegen eine Plastikabgabe?

Denn nur unter Druck gestalten die Produzenten und Händler ihr Sortiment umweltfreundlicher. Schon jetzt verbannen große Supermarktketten Trinkhalm & Co. aus ihren Regalen. Und, auch das gehört zur Wahrheit: Nur unter Druck ändern auch die Verbraucher ihre Gewohnheiten, wie die zunehmende Abstinenz bei der kostenpflichtig gewordenen Plastiktüte zeigt.

Die EU sollte für die weiteren Schritte deshalb nicht zimperlich sein beim obersten Ziel, Plastik nicht nur zu recyceln, sondern von vornherein zu vermeiden. Was spricht gegen eine Plastikabgabe, wenn die Mittel in den Umweltschutz fließen? Muss ein Kunde den Supermarkt mit einem Verpackungsberg verlassen, selbst die Gurke eingeschweißt? Wenn durch verbindliche Vorgaben die Plastikhülle fällt, zeigt sich oft: Es geht auch ohne.

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