Der Anteil der Kinder ohne Bindung an die christlichen Kirchen wächst. Foto: dpa

Der Ethikunterricht wird erweitert. Das ist richtig. Doch der Ausbau geht zu langsam, meint unsere Autorin Renate Allgöwer.

Stuttgart - An den Schulen im Land gelten unterschiedliche Regeln. Während die einen im Religionsunterricht grundlegende Werte vermittelt bekommen, drücken sich Kinder ohne konfessionelle Bindung im Flur herum und werden vom Hausmeister beaufsichtigt. Von Werteerziehung keine Spur. Doch die Auseinandersetzung mit verschiedenen Religionen ist heute zweifellos wichtiger denn je.

Die Umsetzung wird noch Jahre dauern

Der Anteil der Kinder ohne Bindung an die christlichen Kirchen wächst und damit der Bedarf an fundiertem Ethikunterricht. Dazu bekennen sich die Politiker seit Langem. Jetzt macht die grün-schwarze Koalition, die die Bedeutung der Werte so hoch hält, sich endlich daran, Ethikunterricht ab Klasse fünf anzubieten. Das ist richtig, notwendig und überfällig. Doch die Umsetzung wird noch Jahre dauern. Um die Entscheidung zu loben, hat sie zu lange auf sich warten lassen. Der Grund für die Verzögerung waren allein Ressourcengründe.

Für die Grundschulen gibt es nur Lippenbekenntnisse. Alle wünschen Ethik für die Kleinen, einen Zeitplan stellt niemand auf. Immerhin lässt die Kultusministerin schon mal einen Bildungsplan erarbeiten. Der könnte in zwei Jahren stehen. Dann gibt es keinen Grund für weitere Verzögerungen. Das Bekenntnis zur Ethik in der Grundschule muss jetzt kommen. Sonst leidet die Glaubwürdigkeit der Politik.

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