Die Führungsspitze des Verbands Region Stuttgart Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Der Etat des Verbands Region Stuttgart enthält Vorhersehbares. Auf die größte finanzielle Herausforderung, den Kauf neuer S-Bahnen, gibt er – noch – keine Antwort, sagt Redakteur Thomas Durchdenwald.

Stuttgart - Etatberatungen folgen einem Ritual. Zuerst wird der Haushalt eingebracht, dann schneiden sich die Fraktionen mit ihren Anträgen ein Stückchen aus dem großen Finanzkuchen. Im letzten Akt wird der Etat verabschiedet: Das ist alle Jahre wieder in der Region das Programm von Oktober bis Dezember.

In diesem Jahr soll es genauso ablaufen, und doch gibt es einen gravierenden Unterschied. In diesem Herbst müssen die Regionalräte auch entscheiden, ob die Region neue S-Bahnen kauft und mit Bahn, Bund und Land in die moderne Signaltechnik ETCS auf der S-Bahn-Stammstrecke und das Regionalschienennetz einsteigt. Neue S-Bahnen werden aber nicht nur gebraucht, um Reserven für die ETCS-Umrüstung zu haben. Sie sind auch nötig, um mit mehr Langzügen und dichterem Takt mehr Fahrgäste transportieren zu können.

Im Dezmber wird entschieden

Das ist nicht nur verkehrspolitisch eine Grundsatzentscheidung, sondern auch finanziell eine ungeheure Kraftanstrengung – selbst wenn es bei den nun ins Gespräch gebrachten 20 S-Bahnen bleiben sollte, was Experten hinter vorgehaltener Hand für zu wenig halten. Bei einem Preis von acht Millionen Euro pro S-Bahn wird die finanzielle Größenordnung deutlich. Weil es noch keine Beschlüsse dazu gibt, kann der Etatentwurf außer dem Verweis auf die Rücklagen auf diese Herausforderung keine Antwort geben. Das muss sich bis Dezember ändern.

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