Zwei Staatssekretäre Seite an Seite: Arne Braun und Andrea Lindlohr. Foto: Roberto Bulgri/n

Das Esslinger Stadtmuseum will seine digitalen Möglichkeiten effizienter nutzen. Rückenwind verspricht ein Förderprogramm des Landes. Kultur-Staatssekretär Arne Braun hat sich mit seiner Esslinger Kollegin Andrea Lindlohr vor Ort über die Pläne informiert.

Museen sind Orte der kulturellen Bildung, der Teilhabe und des kollektiven Gedächtnisses einer Gesellschaft. Wie in vielen anderen Bereichen hält die Digitalisierung längst auch im musealen Alltag Einzug. Das Land unterstützt diese Entwicklung mit einem Förderprogramm – ein stattlicher Betrag fließt auch nach Esslingen. Kunst-Staatssekretär Arne Braun hat sich nun mit seiner Esslinger Kollegin Andrea Lindlohr darüber informiert, wie das örtliche Stadtmuseum seine Sammlungsbestände künftig digitalisieren, qualifizieren und damit noch besser zugänglich machen möchte.

 

Noch einige Luft nach oben

Seit 1989 hat das Esslinger Stadtmuseum seinen Hauptsitz im Gelben Haus am Hafenmarkt, gemeinsam getragen wird es von der Stadt Esslingen und dem Geschichts- und Altertumsverein (GAV). Letzterer hat 1908 begonnen, Zeugnisse der Stadtgeschichte zu sammeln. Derzeit werden all jene historischen Schätze, die nicht im Gelben Haus, in der Dependance im Schreiber-Museum oder im Ausgrabungsmuseum unter der Stadtkirche präsentiert werden können, in sieben verschiedenen Depots aufbewahrt. Weil sich eine Sammlung so kaum effizient verwalten lässt, wollen Museumsleiter Hansjörg Albrecht und sein Team die Bestände zusammenführen und dabei die digitalen Möglichkeiten nutzen. Zwar ist vieles schon elektronisch registriert, doch die aktuelle Sammlungsverwaltung entspreche eher einem „digitalen Zettelkasten“, erklärt Albrecht. Noch gebe es viel Luft nach oben.

Für solche Fälle sieht Kunst-Staatssekretär Arne Braun das Förderprogramm „Digitalisierung und Qualifizierung der Sammlungsbestände“ wie geschaffen. 19 nicht-staatliche Museen im Land werden mit insgesamt 300 000 Euro auf ihrem Weg in die digitale Zukunft unterstützt. „Die finanzielle Unterstützung ist ein wichtiger Impuls“, betont Hansjörg Albrecht. Erste Schritte wurden bereits unternommen. So präsentieren Stadtmuseum und Stadtarchiv zum Beispiel Werke der international renommierten Fotografin Walde Huth in einer digitalen Ausstellung. Künftig sollen noch viele weitere Exponate aus der Sammlung digital erfasst und weiter aufbereitet werden. So können auch Bestände, die bislang nur im Depot aufbewahrt werden, für das Publikum digital zugänglich gemacht werden. „Das ist ein echter Mehrwert für unser Publikum“, findet der Museumsleiter.

Zukunft durch Kultur

Andrea Lindlohr, Esslinger Landtagsabgeordnete der Grünen und Staatssekretärin im Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen, begrüßt Bemühungen um ein lebendiges Museum. Dazu gehören für sie auch die Überlegungen der Stadt für ein Kulturquartier, in dem das Stadtmuseum eine wesentliche Rolle spielen soll: „Esslingen tut viel dafür, einen wichtigen Platz auf der kulturellen Landkarte einzunehmen.“ Das sieht auch Arne Braun so, der eine ganze Reihe überregional wirkender Kultureinrichtungen von der Villa Merkel über die Landesbühne und das Komma bis hin zu den Galgenstricken nennt. Dass die Stadt der Kultur mit Blick auf den innerstädtischen Strukturwandel eine wichtige Rolle zuschreibt, findet der Staatssekretär richtig und wichtig: „Das sind ganz entscheidende Zukunftsfragen.“