Andernorts wie in Augsburg ist der Gepäckbus ein selbstverständliches Angebot. Foto: oh

Wer beim Bummel durch die Esslinger City groß eingekauft hat, weiß oft nicht, wohin mit den Tüten. Anderswo gibt es bereits Aufbewahrungsmöglichkeiten, in Esslingen noch nicht.

Wer in der Vorweihnachtszeit in Esslingen einkauft, kennt das Problem: Man ist schon schwer bepackt, obwohl der Einkaufsbummel noch gar nicht vorbei ist. Wer mit dem Auto angereist ist, muss zwischendurch quer durch die Stadt ins Parkhaus, um die ersten Einkäufe im Auto zu deponieren. Wer umweltbewusst ist oder die horrenden Parkgebühren scheut und öffentliche Verkehrsmittel nutzt, hat ein Problem: Wohin mit den Einkaufstüten? Andere Städte haben dafür eine simple Lösung. Sie parken mitten in der City einen Linienbus, der zur Gepäckaufbewahrung umfunktioniert wird. Das hat die CDU-Ratsfraktion im Januar auch für Esslingen beantragt. Die Stadt wollte im dritten Quartal 2025 Farbe bekennen, doch bis heute gibt es keine Lösung.

 

„Um ihren Weihnachtseinkauf sowie den Gang über den Christkindlesmarkt unbeschwert genießen zu können, bieten Ihnen die Stadtwerke den beliebten Gepäckbus zur Vorweihnachtszeit“, wirbt zum Beispiel die Fuggerstadt Augsburg. „Dort können Sie kostenfrei ihre Einkäufe aufbewahren lassen und haben wieder die Hände frei für ihre weitere Shopping- und Bummel-Tour. Am Gepäckbus bekommen Sie auch Informationen zu Fahrplänen und Verbindungen.“

Andere Städte zeigen Esslingen, wie es geht

Der Augsburger Gepäckbus steht Donnerstag und Freitag ab 14 Uhr sowie samstags ab 12 Uhr jeweils bis 30 Minuten nach Schließung des Christkindlmarktes nahe dem Rathaus bereit. „Einen solchen Service wünschen wir uns auch für Esslingen“, sagt CDU-Fraktionschef Tim Hauser. „Das Vorbild anderer Städte zeigt, dass sich solche Angebote unkompliziert realisieren lassen – man muss es nur wollen. Wir reden immer über die Attraktivität unserer Innenstadt. Wenn wir nicht mal die einfachsten Verbesserungsmöglichkeiten nutzen, dürfen wir uns auch nicht beklagen.“

Der Augsburger Gepäckbus ist an zentraler Stelle platziert. Foto: privat

Die CDU hatte im Januar beantragt, dass die Verwaltung „ein Konzept für die Einrichtung einer zentralen und gut erreichbaren Aufbewahrungsmöglichkeit für Markt- und sonstige Einkäufe an Samstagen entwickeln und umsetzen“ soll. Ziel war es, „insbesondere den Besucherinnen und Besuchern des Wochenmarkts die Möglichkeit zu geben, ihre Einkäufe sicher zu deponieren, um im Anschluss ohne Belastung länger in der Innenstadt zu verweilen“.

Tim Hauser brachte einen zentralen Ort wie den Marktplatz, ein leer stehendes Ladengeschäft oder eine Zusammenarbeit mit den Kirchen ins Gespräch, die eventuell geeignete Räume hätten. Und er verwies auf andere Städte, die als mobile Abgabestelle einen Bus nutzen, der zentral in der Innenstadt platziert wird. Ein solches System könne die Stadt „eigenständig oder in Kooperation mit Händlern und Marktbeschickern betreiben“, so Hauser. Damit ließen sich die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt verbessern und gleichzeitig den Einzelhandel und die Gastronomie unterstützen. Eltern mit kleinen Kindern könnten entspannter einkaufen und mehr Zeit in der City verbringen, ohne ihre Einkäufe ständig mittragen zu müssen. „Auch für ältere Menschen wäre dies eine deutliche Erleichterung“, hieß es im CDU-Antrag.

Da die Christdemokraten bis heute darauf warten, dass die Stadt Nägel mit Köpfen macht, hat Tim Hauser nun erneut den Oberbürgermeister angeschrieben und gefragt, was bisher getan wurde, wie sich etwaige Verzögerungen erklären ließen, wann mit einer Umsetzung des Vorschlags zu rechnen ist und welche Möglichkeiten es für eine „kurzfristige, pragmatische Lösung“ gibt. Dass sich etwas tun muss, ist für Hauser keine Frage: „Gerade im Hinblick auf den Esslinger Weihnachtsmarkt und die damit teils verbundenen verlängerten Ladenöffnungszeiten zeigt sich deutlich, dass ein solcher Service bereits heute sinnvoll wäre. Der Bedarf ist nach wie vor erkennbar, auch vor dem Hintergrund, dass die Stadt den Besuch der Innenstadt verstärkt durch den öffentlichen Personennahverkehr fördern möchte.“