Robert Keller (links) weiß den Vorsitz der Feuerwehroldtimerfreunde bei seinem Enkel Niels Keller in den allerbesten Händen. Foto: Roberto Bulgrin

19 Jahre lang hat Robert Keller die Feuerwehroldtimerfreunde Esslingen geführt. Sein Lebenswerk bleibt in bewährten Händen: Nachfolger ist sein Enkel Niels Keller.

Wenn ein Verein nach langen und erfolgreichen Jahren vor einem Generationenwechsel steht, ist das oft eine Herausforderung, weil geeignete Nachfolger nicht unbedingt Schlange stehen. Die Feuerwehroldtimerfreunde Esslingen und ihr Vorsitzender Robert Keller haben rechtzeitig vorgesorgt. Sein Nachfolger Niels Keller ist der Enkel des bisherigen Vereinschefs und engagiert sich seit Jahren bei den Feuerwehroldtimerfreunden. Er steht nicht nur für Kontinuität, sondern hat es geschafft, auch junge Mitstreiter zu gewinnen. Sein Großvater darf sich freuen, dass seine Arbeit in den besten Händen ist.

 

Robert Keller ist bei den Feuerwehroldtimerfreunden eine Institution, und er hat den Verein in seiner 19-jährigen Amtszeit kontinuierlich vorangebracht. Als der heute 77-Jährige 2006 die Leitung übernahm, zählte er 66 Mitglieder – heute sind es fast dreimal so viele.

Feste Größe im Esslinger Norden

Eines der Glanzstücke im Fundus der Feuerwehroldtimerfreunde: ein funktionstüchtiger historischer Hydrophor, Foto: Roberto Bulgrin

An der Alten Kelter in Wäldenbronn hat sich der Verein mit großem ehrenamtlichem Einsatz ein modernes Vereinszentrum geschaffen mit Werkstatt, Garagen und so ziemlich allem, was eine lebendige Vereinsfamilie braucht. Und ganz egal, ob es gilt, historische Feuerwehrfahrzeuge zu restaurieren und in Schuss zu halten, ob der Verein zum Stammtisch oder zum traditionellen Feuerwehroldtimerfest einlädt oder ob er ein verlässlicher Partner bei unterschiedlichsten Aktivitäten ist – der Verein ist längst eine feste Größe im Esslinger Norden.

Das ist nicht zuletzt ein Verdienst des langjährigen Vorsitzenden, der im Stadtteil bestens vernetzt ist. Viele schätzen weit über die Feuerwehroldtimerfreunde hinaus Robert Kellers freundliche, wertschätzende und zupackende Art. Er lebt vor, was es heißt, sich für eine gute Sache zu engagieren und versteht es, andere zur Mitwirkung zu motivieren. Und wenn er sagt, dass sich in seinem Verein stets genügend helfende Hände finden, wenn es etwas zu tun gibt, dann ist das auch sein Verdienst. „Robert Keller hat den Verein geprägt und gestaltet“, wurde ihm gern bescheinigt, als er den Vorsitz in jüngere Hände gelegt hat. Dass ihn die Mitglieder postwendend zum Ehrenvorsitzenden ernannt haben, war da nur konsequent, zumal Keller mit größter Selbstverständlichkeit versicherte, dass er dem Verein und seinem neuen Vorsitzenden mit Erfahrung, Kontakten, Rat und Tat zur Seite stehen wird. Wer ihn kennt, der weiß, dass er es damit ernst meint. Und Niels Kellers Mutter Sylvia unterstützt ihren Sohn als versierte Kassiererin im Vorstand.

Dass sein Enkel Niels Keller den Vorsitz übernommen hat, dürfte Robert Keller nicht nur gefreut, sondern auch den Rückzug erleichtert haben. Schon im zarten Alter von sieben Jahren hat sich der neue Vorsitzende bei den Feuerwehroldtimerfreunden engagiert. Niels Keller hat sich intensiv mit historischen Löschfahrzeugen beschäftigt, er hat am vereinseigenen Fuhrpark geschraubt und angepackt, wenn Hilfe gebraucht wurde. Und er ist dem Verein seither treu geblieben. Nun übernimmt er mit 22 Jahren vollends Verantwortung. Für seinen Großvater ist das nicht überraschend: „Niels ist ein patenter junger Mann“, weiß Robert Keller. „Er ist für andere da und setzt sich für sie ein. Und wenn er von etwas überzeugt ist, engagiert er sich mit ganzer Kraft.“ So, wie es Niels Keller auch im Beruf bei einem Energieversorger hält. Und dass er es in seiner Zeit als Jugendvertreter und stellvertretender Vorsitzender der Konzernjugendvertretung seines Unternehmens gelernt hat, auch in großen Runden eine gute Figur zu machen, kommt ihm bei seiner neuen Aufgabe sehr zupass.

Ein wohl bestelltes Feld vom Opa übernommen

Bei Veranstaltungen wie dem Adventssingen zeigen die Feuerwehroldtimerfreunde ihr soziales Engagement. Foto: Roberto Bulgrin

Niels Keller hat von seinem Großvater ein wohl bestelltes Feld übernommen. „Was er begonnen hat, wollen wir fortführen und in Ehren halten“, verspricht der 22-Jährige. „Aber wir wollen natürlich auch neue Akzente setzen.“ So haben sich die Feuerwehroldies eine neue Webseite gegönnt, um verstärkt Jüngere anzusprechen. Und sie sind inzwischen auch auf Instagram und Facebook präsent. So sind zuletzt eine ganze Reihe jüngerer Mitglieder zum Verein gekommen, die nicht nur brav ihren Mitgliedsbeitrag bezahlen, sondern aktiv mithelfen, weil historische Fahrzeuge nun mal kontinuierlich Pflege brauchen. Regelmäßig trifft man sich im Vereinszentrum an der Alten Kelter, um die Schätze des Vereins zu hegen und zu pflegen. Und dann gibt es ja auch noch Robert Keller und seine legendäre „Rentner-Truppe“, die sich jeden Mittwoch trifft und kräftig anpackt.

Die Wertschätzung, die er bei seiner Wahl zum Vorsitzenden erfahren hat, gibt Niels Keller auch an andere weiter. Dass etwa beim Feuerwehroldtimerfest ein ganzes Heer freiwilliger Helfer zum Gelingen beiträgt, nimmt er nicht selbstverständlich: Für jeden gab’s am Ende einen Dank mit Handschlag. Und auch einen Helfer-Ausflug soll es 2026 wieder geben. „Das gehört sich so“, findet Niels Keller. „Wenn sich Menschen in einem Verein engagieren, verdient das Anerkennung.“ Auch das hat er von seinem Großvater gelernt.

Der Verein und seine Aktivitäten

Verein
 Die Feuerwehroldtimerfreunde Esslingen wurden 1998 gegründet. Liebhaber historischer Löschfahrzeuge hatten erfahren, dass eine ausgediente Drehleiter, die seit den 50er-Jahren bei der Esslinger Feuerwehr im Einsatz gewesen war, unbeachtet in einer Halle in Fellbach stand. Sie boten an, sich um das Fahrzeug zu kümmern, und die Stadt stimmte unter der Voraussetzung zu, dass ein eingetragener Verein dahintersteht. Mit 31 Mitgliedern war der Verein gestartet – heute sind es rund 180 Mitglieder, die sich der Pflege historischer Feuerwehrfahrzeuge verschrieben haben. An der Alten Kelter in Wäldenbronn haben sie ein modernes Vereinsdomizil geschaffen.

Gemeinnützig
 Die Feuerwehroldtimerfreunde zeichnen sich nicht nur durch ein reges Vereinsleben aus – sie tun auch einiges für ihren Stadtteil und die ganze Stadt. So organisieren sie auch das Adventssingen zugunsten unserer Weihnachtsspendenaktion, das am Sonntag, 7. Dezember, um 17.30 Uhr im Hof der Alten Kelter in Wäldenbronn beginnt. Dabei sind Ela und die Herzensbrecher, Markus Zipperle mit Äffle und Pferdle, Tatjana Geßler und Marion Jeiter.