Sumpfschildkröten sind im Esslinger Tierpark Nymphaea Opfer eines Waschbärenangriffs geworden. (Symbolfoto) Foto: IMAGO/imagebroker

Im Esslinger Tierpark Nymphaea gibt es Neuigkeiten: Ein Eindringling hat sich in einem Gehege zu schaffen gemacht – und es gibt neue, alte Bekannte auf der Neckarinsel.

Neue, alte Bewohner, noch mehr Publikumslieblinge und unerwünschte Sicherheitsmaßnahmen. Es gibt viel Neues im Esslinger Tierpark Nymphaea auf der Neckarinsel.

 

Nicht gewollt, aber nötig: Ein Elektrozaun verläuft nun entlang der inneren Umrandung des Geheges der Sumpfschildkröten im Tierpark. Er und seine Kameraden vom Nymphaea-Betreiberverein seien keine Fans dieser Sicherungsmaßnahme, versichert der im Tierpark für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Christoph Kässer. Aber sie sei alternativlos. Mehr Schutz sei nötig. An dem Elektrozaun habe kein Weg vorbeigeführt.

Denn ein oder mehrere Waschbären seien wohl nachts in das Gehege eingedrungen und hätten Sumpfschildkröten angegriffen und getötet. Der dicke, schützende Panzer der Reptilien habe den Eindringling nicht von seinem schädlichen Tun abhalten können. Der Waschbär sei ungeachtet seines niedlichen Aussehens ein Raubtier, das in Mitteleuropa kaum Fressfeinde habe, sich daher rasant vermehre und großen Schaden auch bei einheimischen Tierarten anrichten könne, erklärt Christoph Kässer. Der Elektrozaun soll die frechen Raubtiere nun fernhalten.

Ratten im Tierpark Nymphaea abgewehrt

Bei einem anderen unerwünschten Eindringling waren die Sicherungsmaßnahmen des Tierparks erfolgreich. Eine oder mehrere Ratten hatten sich vor mehr als einem Jahr Zugang zum Gehege der Streifenhörnchen verschafft und einige der Tiere gerissen. An die größeren Präriehunde im gleichen Käfig hatten sie sich nicht herangetraut.

Umbaumaßnahmen am Gehege mit tiefer ins Erdreiche gehenden Umrandungen hätten die Räuber bislang ferngehalten, sagt Christoph Kässer. Und auch die seit Längerem bestehende WG der Präriehunde mit den Streifenhörnchen habe sich bewährt - das Zusammenleben sei sehr harmonisch.

Die Ziegen werden von Privatleuten immer mehr als ökologische Rasenmäher eingesetzt.

Christoph Kässer,Tierpark Nymphaea

Keinen WG-Zoff gibt es auch nebenan. Nach über 15 Jahren hat sich das Nymphaea-Team wieder an ein besonderes Experiment gewagt und erneut Meerschweinchen bei den Kaninchen einziehen lassen. Bei den Besuchern kamen die putzigen Tierchen damals zwar sehr gut an, doch die Meerschweinchen seien sehr anfällig für Pilzerkrankungen gewesen, erinnert sich Christoph Kässer.

Die Anfälligkeit habe nicht nur am feuchten Klima rund um die Seen im Nymphaea-Parkgebiet gelegen. Die damaligen Tiere hätten wohl allgemein eine gewisse Veranlagung zu dieser Erkrankung gehabt. Doch nun sei nach Ansicht von Mitarbeitenden wieder eine größere Robustheit und Widerstandsfähigkeit zu beobachten - darum kamen nun sechs Neulinge in den Tierpark. Sehr schöne Tiere, wie Christoph Kässer anführt, mit wunderschönen Zeichnungen im Fell.

Im Esslinger Tierpark gibt es wieder Meerschweinchen, die im Gehege mit den Kaninchen eine harmonische WG bilden. Foto: Alexa Schlotterbeck/Tierpark Nymphaea

Bei den Kaninchen ist es durch die neuen Mitbewohner etwas enger geworden. Doch das scheint sie nicht zu stören. Den Ziegen geht es noch besser. Diese absoluten Favoriten in der Gunst der Tierpark-Besucher, wie sie Christoph Kässer nennt, können sich weiter ausbreiten. Denn das bisherige Eselgehege in unmittelbarer Nachbarschaft hat leer gestanden. Die bisherigen Bewohner – das Pony und die beiden Esel – sind in ein Gelände vor der Eintrittskasse umgezogen.

Das so frei gewordene Areal wurde durch die Schaffung eines Zugangs den Ziegen zur Verfügung gestellt. Die waren auch dringend auf der Suche nach neuem Wohnraum, denn viele haben Nachwuchs bekommen. Der Bestand, sagt Christoph Kässer, wurde eben aufgefrischt. Tiere aus dem Karlsruher Zoo waren nach Nymphaea gekommen.

Jungtiere in Esslingens Tierpark Nymphae

Die meisten Jungtiere werden in gute Hände abgegeben. Etwa 95 Prozent gehen an Privatleute. Denn die Ziegen werden bevorzugt als ökologisch einwandfreie Rasenmäher zur Schonung der eigenen Kräfte und Muskeln eingesetzt. Allerdings, so warnen er und eine weitere Mitarbeiterin im Nymphaea, ist vor den hungrigen Mäulern der Ziegen fast nichts sicher. Nicht einmal Dornen und Gestrüpp schrecken sie ab. Darum sollte bei einem Einsatz von Ziegen als Rasenmähern alles eingezäunt werden, was nicht abgegrast werden darf.

Die Ziegen haben im Esslinger Tierpark nun noch mehr Platz. Foto: Roberto Bulgrin

Doch die hungrigen Mäuler der Ziegen sind gerade das, was sie dem Publikum so sympathisch macht. Sie dürfen gefüttert werden - und das mögen die Leute, meint Christoph Kässer. Bei allen anderen Tierarten sei das strengstens verboten. Früher hätte auch das Damwild gefüttert werden dürfen. Doch nach der Abgabe der Tiere an den Freizeit- und Erlebnispark Tripsdrill wegen der Bauarbeiten am neuen Aufzuchthaus sind die Ziegen die einzigen, denen die Besucher Leckerlis zukommen lassen dürfen.

Toiletten im Nymphaea

Das Aufzuchthaus, das größte Bauprojekt in der Geschichte des Tierparks Nymphaea, hat Gestalt angenommen. Das Obergeschoss mit den Sozialräumen für die Angestellten, Lagerflächen und weiteren Räumlichkeiten ist laut Christoph Kässer fast fertig gestellt. Eine Kuriosität am Rande: Die beiden Toilettenschüsseln im Männer-WC wurden bereits installiert. Doch die Trennwand fehlt noch. Doch diese Wand werde natürlich noch eingezogen.

Das neue Aufzuchthaus ist das größte Bauprojekt in der Geschichte des Esslinger Tierparks. Foto: Roberto Bulgrin

Im Erdgeschoss des Aufzuchthauses sind in den Fenstern bereits Tiere in kleineren Gehegen zu sehen. Doch längerfristig sollen hier Großterrarien angebracht werden, die die ganze Höhe des Raumes ausfüllen, sagt Christoph Kässer. Bei den Tierarten hält er sich bedeckt. Darüber werde gerade noch diskutiert. Jedenfalls hat der Tierpark das bauliche Großprojekt größtenteils in Eigenarbeit gestemmt.

Tierpark Nymphaea

Rauchverbot
Mit dem Inkrafttreten des Landesnichtraucherschutzgesetzes ab 1. Juni wird auch fast der ganze Tierpark Nymphaea rauchfrei, sagt Christoph Kässer. Bisher hatte es noch einige Zonen für Raucher gegeben. Doch die fallen wegen des neuen Gesetzes weg. Möglich sei das Rauchen nur noch im direkten Bereich der Außengastronomie.

Tierpark Der Tierpark auf der Neckarinsel hat ohne Ruhetag montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 9 bis 18 Uhr sowie an Feiertagen und in den Schulferien von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Mehr Informationen unter https://www.tierpark-nymphaea.de/