In schlechtem Zustand ist das Arboretum beim Seracher Schlössle. Das soll sich ändern. Der Landschaftspark wird wieder hergerichtet, um zum Stadtjubiläum 2027 wieder attraktiv zu sein.
Ein Geheimtipp ist das Arboretum am Seracher Schlössle für Wanderer, die auf dem Esslinger Höhenweg oder zur Katharinenlinde unterwegs sind. Jetzt wird der marode gewordene Landschaftspark anlässlich des Stadtjubiläums im Jahr 2027 hergerichtet. Das Kleinod für Naturfreunde soll seinen ursprünglichen Charakter zurückbekommen. „In diesem Zuge müssen bis Februar Bäume gefällt werden“, sagt Isabelle Butschek von der Pressestelle der Stadt Esslingen.
2027 feiert die Stadt 1250 Jahre Esslingen. Aus diesem Anlass nahmen die städtischen Planer auch den Landschaftspark am Schlössle in den Blick. Sein bekanntester Besitzer, Graf Alexander von Württemberg, ließ es 1834 nicht nur baulich erweitern. Er machte es zu einem beliebten Treffpunkt des schwäbischen Dichterkreises. Im neuen Salon empfing er bekannte Literaten wie Justinus Kerner, Hermann Kurz, Nikolaus Lenau, Ludwig Uhland und Gustav Schwab. Eine verblichene Schautafel im Park erinnert an diese literarische Vergangenheit des Ortes.
Spuren des Verfalls im Arboretum
Wer den Park heute besucht, sieht vor allem Spuren des Verfalls. Brunnenreste und steinerne Zeugnisse erinnern an seine ursprüngliche Gestaltung als Garten im englischen Stil. Einige Bäume sind in schlechtem Zustand. Einige wenige Bänke laden Passanten zum Verweilen ein. Dass sich hinter dem Zaun ein öffentlicher Park verbirgt, ist heute kaum zu erkennen.
Die Anlage am Seracher Schlössle wurde im 19. Jahrhundert als romantischer Landschaftspark mit geschwungenen Wegen, Ruhe- und Aussichtsplätzen angelegt. So hat man damals gebaut. „Die Bäume wurden an ausgewählten Stellen gepflanzt, um den Blick auf das Neckartal und das Albpanorama nicht zu verstellen“, bringt Isabelle Butschek das landschaftsplanerische Konzept des Parks auf den Punkt.
Arboretum: Seit 1962 ein öffentlicher Park
In den 1960er Jahren wurde die Fläche der Stadt geschenkt. Seit 1962 ist das Arboretum als öffentlicher Park freigegeben. „Der damalige Stadtförster nahm sich der Anlage an und legte ein forstliches Arboretum mit exotischen und besonderen Gehölzen an“, erinnert die Pressesprecherin an die Geschichte des Areals. Damals seien viele weitere Bäume hinzugekommen. Außerdem legte der Förster einen Wirtschaftsweg an. „Das veränderte den ursprünglichen Charakter der Anlage mit den Jahren“, sagt Butschek. Außerdem versperrten die vielen zusätzlichen Bäume nach ihren Worten immer mehr den Fernblick.
Um den einstigen Charakter wiederherzustellen, werden nun in den nächsten Tagen 14 Bäume gefällt – unter anderem eine abgestorbene Eiche, eine vom Eschentriebsterben befallene Esche sowie einige Koniferen. „Die verbleibenden Bäume sollen dadurch mehr Raum bekommen“, sagt Butschek. Drei Scheinzypressen vor der Terrasse werden entfernt. Dort wird nach den Plänen der Stadtverwaltung ein kleiner Platz nach Originalplänen angelegt.
Ein ganzes Paket von Projekten
Mit einem ganzen Paket von Projekten will die Stadt Esslingen die Geschichte der Anlage nun wieder sichtbar machen. Im Zuge der Sanierung werden nach und nach Flanierwege und Aussichtsplätze wieder hergestellt. Damit soll der Park für die Besucher wieder attraktiv werden und zum Verweilen einladen. Ein Informationsstand soll über die historische Bedeutung des Landschaftsparks aufklären. Auch die Sanierung der Holztüren zu den ehemaligen Viehställen von Schloss Serach, den Kellerräumen unter der Terrasse vor der ehemaligen Lungenklinik, ist in vollem Gange.