Die CDU will mehr öffentlich zugängliche Geräte, um Menschen mit starken Herzrhythmusstörungen im Notfall effektiver zu helfen. Die Stadt will am Ball bleiben.
Wenn das Herz aus dem Takt geraten ist, kann ein Defibrillator Leben retten – vorausgesetzt, er ist im Notfall greifbar nah. Doch das ist noch längst nicht überall der Fall. Deshalb will die Esslinger CDU-Ratsfraktion das Netz an öffentlich zugänglichen Defibrillatoren, die das Herz im Notfall wieder in einen normalen Rhythmus bringen können, enger knüpfen. Außerdem wollen die Christdemokraten entsprechende Hinweisschilder installieren und Lebensretter-Apps fördern lassen. Ein entsprechender Haushaltsantrag brachte noch nicht den entscheidenden Durchbruch. Doch immerhin signalisierten die Verwaltung und andere Ratsfraktionen, dass sie dieses Anliegen weiter verfolgen wollen.
„Defibrillatoren können von ungeschulten Menschen sicher bedient werden“, betont CDU-Stadträtin Sabine Mickeler. „Die Überlebenschancen steigen signifikant, je schneller das Gerät eingesetzt wird. Deshalb ist eine flächendeckende Ausstattung mit Defibrillatoren wichtig. Sie müssen an stark frequentierten Plätzen gut sichtbar schnell zur Verfügung stehen beziehungsweise durch gut erkennbare Hinweisschilder schnell zu finden und jederzeit zugänglich sein.“
Esslingen braucht 20 öffentlich zugängliche Defibrillatoren
Die Stadtverwaltung geht davon aus, „dass mit 20 Defibrillatoren eine flächendeckende Verteilung auf alle öffentlichen Bereiche der Innenstadt und den Stadtteilen mit relevanten Personenzahlen im Freibereich möglich ist“. Bislang gibt es in Esslingen zwei städtische „Automatisierte externe Defibrillatoren“ (AED) – einen im Neuen Rathaus und einen im Behördenzentrum Beblingerstraße, die aber nur während der Öffnungszeiten zugänglich sind. Zudem gibt es solche Geräte in Verkaufsstätten wie dem Einkaufszentrum „Das ES“.
Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung wollen Eigentümer ermuntern, ihre privaten Defibrillatoren öffentlich kenntlich und nutzbar zu machen. „Eine Planung für die Installation von weiteren Defibrillatoren gibt es nicht, auch aufgrund der Haushaltssituation“, ließ die Stadtverwaltung wissen. Wobei nicht nur die Anschaffung solcher Geräte zu Buche schlägt, sondern auch deren Wartung durch die Feuerwehr, die pro Gerät und Jahr etwa 200 Euro kostet. OB Mathias Klopfer sagte jedoch in den Haushaltsberatungen zu, dass die Verwaltung bis zur Sommerpause Vorschläge machen möchte, wie sich die Versorgung mit Defibrillatoren in Esslingen verbessern ließe.