Die Stadt hat 40 größere Müllbehälter aufgestellt, um Bilder wie dieses vom Esslinger Bahnhof zu vermeiden. Foto: /Horst Rudel/Archiv

Die Linken scheitern mit einem Vorstoß, die Anzahl der Müllbehälter im Stadtgebiet massiv zu erhöhen. Allerdings verspricht die Verwaltung, die Situation zu verbessern.

Esslingen - Diesen Antrag hätte man eher von der CDU erwartet. Aber es waren die Linken, die darauf gedrängt haben, die wilde Müllentsorgung im gesamten Esslinger Stadtgebiet „wirksam einzudämmen“.

Allerdings solle – und da wird es dann doch wieder ein typischer Antrag der Linken – die Verwaltung auf den Erziehungsgedanken verzichten und damit auf die Idee, dass die Bürger ihren Müll daheim entsorgen sollten. Vielmehr müssten besonders stark frequentierte Parks, Plätze und Wege – etwa der vom Bahnhof Zell zum Berufsschulzentrum, aber auch einige Wald- und Feldwege – mit zusätzlichen Müllbehältern ausgestattet werden: „Dem mehr oder weniger unachtsam weggeworfenen Müll kann mit dem Aufstellen von mehr Müllbehältern sicherlich entgegengewirkt werden“, heißt es in dem Antrag. So würde dann auch die Vermüllung der belebten Plätze verringert, was wiederum zu niedrigeren Reinigungskosten führen würde.

Die Stadt hat 40 größere Müllbehälter aufgestellt

Allerdings ist der Vorstoß bei der Verwaltung auf wenig Gegenliebe gestoßen – und das aus durchaus gutem Grund. Denn zum einen hat der Gemeinderat erst im vergangenen Jahr Verbesserungsvorschläge der Verwaltung zur Reinhaltung der Stadt abgesegnet. Mit deren Umsetzung ist die Stadt nicht nur aktuell, sondern auch noch in den kommenden zwei Jahren beschäftigt. Zum anderen überwiegt beim Esslinger Ordnungsamtschef Gerhard Gorzellik die Skepsis, ob mehr Müllbehälter tatsächlich zu größerer Sauberkeit in der Stadt führen würde.

Immerhin hat das Ordnungsamt die Vorlage zur Anfrage der Linken genutzt, um den Istzustand in Sachen Sauberkeit zu ermitteln. Seit dem Gemeinderatsbeschluss im Jahr 2018 sind nicht nur rund 40 größere Abfallbehälter am Zentralen Omnibusbahnhof, in den Fußgängerzonen und in der Maille aufgestellt worden. Auch ist ein elektrischer Müllsauger besorgt worden. Unter Einsatz von zusätzlichem Personal werden seither die Innenstadt und einige ausgesuchte Grünanlagen auch wieder am Freitagnachmittag sowie an den Sams- und Sonntagen gereinigt.

Zwei Spezialfahrzeuge sind im Einsatz

Im Haushaltsplan 2020/2021 will das Tiefbauamt ein zusätzliches Fahrzeug zur Leerung der Abfallbehälter beantragen. Dieses ist die Voraussetzung dafür, um in den Außengebieten weitere Abfall- und Hundekotbehälter aufstellen zu können. Aktuell hat die Stadt Esslingen zwei Spezialfahrzeuge im Einsatz, die die 432 städtischen Mülleimer pro Woche etwa 2000-mal leeren. Sollten neue Standorte für Mülleimer gesucht werden, werde man dabei die Wünsche von Bürgern berücksichtigen und die Aufstellorte mit den jeweiligen Bürgerausschüssen abstimmen, heißt es in der Vorlage. In Parks, auf Kinderspielplätzen und an Schulen gibt es weitere 477 Abfallbehälter.

Um das achtlose Wegwerfen von Müll einzudämmen, hat der Kommunale Ordnungsdienst im ersten Halbjahr 2019 schwerpunktmäßig Müllvergehen verfolgt. Dadurch hat sich die Anzahl der geahndeten Müllverstöße gegenüber dem Vorjahr auf 236 nahezu verdreifacht. Bußgelder könnten, darauf weist Gerhard Gorzellik hin, aber nur dann erhoben werden, wenn die Täter auf frischer Tat ertappt würden. Das sei aber nur in den seltensten Fällen möglich.

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