Der Jurist und Musikmanager Maximilian Merkle ist Esslingen und dem Jazz eng verbunden, und er will auch in diesem Jahr mit seinem Festival Akzente setzen. Foto: Horst Rudel

Jazz-Fans mussten zuletzt auf manches verzichten. Nun gibt es eine gute Nachricht: Maximilian Merkles Esslinger Jazzfestival soll vom 25. September bis 20. Oktober über die Bühne gehen.

Esslingen - Esslingen rühmt sich gerne als Jazzstadt, und dafür gibt es gute Gründe: Der traditionsreiche Jazzkeller in der Webergasse, das profilierte Konzertprogramm der Dieselstraße oder die jazzseligen Sommernächte am Dulkhäusle – wer diese Musik mag, wird gut bedient. Mit Maximilian Merkles Jazzfestival ist vor einigen Jahren ein weiteres Highlight hinzugekommen, und das soll auch so bleiben: Auch wenn noch niemand mit Gewissheit zu sagen weiß, was Corona im Herbst zulässt und was nicht, hat Merkle kräftig Gas gegeben und einmal mehr ein Festivalprogramm von internationaler Qualität zusammengestellt. Vom 25. September bis 20. Oktober werden sich hochkarätige Musiker in Esslingen präsentieren. Und einer soll ganz besonders im Rampenlicht stehen, obwohl er selbst gar nicht musizieren wird: Der Weltklasse-Bassist Eberhard Weber, der seit dem ersten Mal stets die Schirmherrschaft übernimmt, soll beim Esslinger Jazzfestival 2021 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet werden.

 

Der Schirmherr wird geehrt

Eigentlich sollte Weber diese Auszeichnung, die ihm von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zuerkannt wurde, bereits im vergangenen Jahr zu seinem 80. Geburtstag erhalten. Doch Corona ließ damals einen Besuch des mittlerweile in Südfrankreich lebenden Schirmherrn nicht zu. Deshalb musste die Würdigung auf das Festival 2021 verschoben werden. Überreicht wird die Auszeichnung von OB Jürgen Zieger an dessen letztem Tag im Amt – und zwar im Rahmen eines Festkonzerts am 30. September im Neckar Forum. Zu Webers Ehren spielt dann der Gitarrist Ralph Towner als einer seiner langjährigen musikalischen Weggefährten.

Das Festival beginnt bereits am 25. September mit einem Konzert des französischen Akkordeonspielers Jean-Louis Matinier und des Gitarristen Kevin Seddiki im Kulturzentrum Dieselstraße. Weiter geht es am 8. Oktober mit dem New Yorker Pianisten Jason Moran, der unter anderem jahrelang Cassandra Wilson begleitete – in der Esslinger Stadtkirche wird er zusammen mit Christian McBride, einem der bedeutendsten Bassisten der letzten drei Jahrzehnte, zu hören sein.

Chance für den Nachwuchs

Tags darauf, am 9. Oktober, präsentiert der Jazzkeller im Kulturzentrum Dieselstraße „Dameronia’s Legacy Allstar Octet“, das sich dem Schaffen des legendären Komponisten und Arrangeurs Tadd Dameron widmet. Und am Sonntag, 17. Oktober, kommt ein Baden-Württemberger mit viel New- York-Erfahrung, der Freiburger Pianist Johannes Mössinger, mit seinem aktuellen Quartett in die Württembergische Landesbühne. Im Anschluss tritt ein weiterer Weggefährte von Eberhard Weber auf: der Altmeister der Jazzvioline, Jean-Luc Ponty, mit seinem Trio. Begleitet wird er von seiner Tochter Clara Ponty am Klavier und dem Bassisten Guy Nsangué Akwa. Den Auftakt des Abends bildet die Workshopband 2021 des Jazzfestival Esslingen. Die jungen Nachwuchsmusiker aus der Region werden unter Anleitung des Saxofonisten Wolfgang Fuhr in einem mehrtägigen Workshop ein eigenes musikalisches Programm erarbeiten.

Finale in der Stadtkirche

Zum Abschluss des Esslinger Jazzfestivals 2021 sind am 20. Oktober zwei Musiker zu hören, die den Jazz in den letzten Jahrzehnten entscheidend mitgeprägt haben: der Bassist Dave Holland und der Gitarrist John Scofield. Dieses Duo geht zum ersten Mal gemeinsam auf Tour und wird in der Esslinger Stadtkirche St. Dionys zu hören sein.

Tickets und Persönlichkeiten

Maximilian Merkle
 Der Jurist ist in Esslingen aufgewachsen und lebt mittlerweile in Berlin, wo er im Musikmanagement arbeitet. Seiner Heimatstadt ist Merkle stets verbunden geblieben – deshalb war es für ihn klar, sein Festival hier zu etablieren. „Berlin ist ein gutes Pflaster für Jazzfestivals“, hat er im Interview erklärt. „Aber ich bin Esslinger, und ich fühle mich der Stadt, ihrem Publikum und ihrer Jazzszene verbunden.“

Eberhard Weber
Der Bassist ist in Esslingen aufgewachsen und wurde später zu einem Musiker von internationalem Rang. Zusammen mit national und international herausragenden Musikerinnen und Musikern hat er den Jazz in die Moderne geführt. Er arbeitete unter anderem mit dem Pianisten Wolfgang Dauner und dem Gitarristen Volker Kriegel zusammen und gehörte zur Jazzszene der damaligen deutschen „Jazzhauptstadt“ Frankfurt. Er spielte mit zahlreichen Stars auch im Bereich der Pop- und Filmmusik und im United Jazz + Rock Ensemble. Weber ist Schirmherr des Esslinger Jazzfestivals. Eine Ausstellung im Stadtmuseum würdigt das musikalische Lebenswerk des 81-Jährigen.

Tickets Der Vorverkauf für das Jazzfestival hat begonnen. Tickets gibt es bei allen offiziellen Vorverkaufsstellen und bei Reservix.