Baubürgermeister Hans-Georg Sigel (links) und Projektleiter Norbert Seidel begutachten die Baustelle auf dem Esslinger Marktplatz. Foto: Roberto Bulgrin

Die Umgestaltung des Esslinger Marktplatzes ist in vollem Gange. Das Fontänenfeld nimmt bereits Form an – und Mitte März sollen die Pflasterarbeiten beginnen.

Es rattert und rumpelt auf dem Esslinger Marktplatz, Motoren brummen, immer wieder rasseln Erde und Steine geräuschvoll von einer Baggerschaufel auf einen Laster. Zwei dicke Leitungsbündel führen aus dem Untergrund zu zwei großflächigen Betonplatten in der Mitte des Platzes, außen stehen dicke Leitungsrollen und verschiedene Baustellenfahrzeuge. Die Arbeiten zur Neugestaltung des Marktplatzes sind in vollem Gange. Das bringt Lärm und Dreck mit sich – aber es geht auch einiges voran.

 

Projektleiter Norbert Seidel vom städtischen Tiefbauamt zeigt sich zufrieden: „Wir sind voll im Zeitplan.“ Die tieferen Erdaushübe seien bereits abgeschlossen und die Vorbereitung des Fontänenfeldes sei schon weit gediehen. So seien die Pumpen eingebaut, die Zuleitungen vorbereitet und bald würden die Düsen auf den beiden großen Betonplatten montiert, um anschließend die Rinnen rundum verlegen zu können. Schließlich soll das Wasser der Fontänen aufgefangen, aufbereitet und dann wieder verwendet werden.

Eine Fontäne für jeden Esslinger Stadtteil

Insgesamt sind 24 Düsen auf dem Fontänenfeld vorgesehen – für jeden Esslinger Stadtteil eine. Auf den Edelstahlplatten, die rund um die Düsen verlegt werden, wird jeweils der Name eines Stadtteils eingraviert. „Jede Düse hat eine eigene Pumpe in der Brunnenstube, damit bei einem Defekt nicht gleich das gesamte Fontänenfeld ausfällt“, erklärt Seidel. So könne man auch jede Düse einzeln ansteuern und unterschiedliche Programme ablaufen lassen. Auch eine LED-Beleuchtung werde integriert, sodass verschiedene Farbenspiele auf dem Fontänenfeld möglich seien.

Im Unterschied zu vielen Fontänenfeldern in anderen Kommunen werde der Bereich rund um die Wasserspiele genauso gestaltet wie der Rest des Marktplatzes, berichtet Seidel: „Wenn die Fontänen aus sind, haben wir eine durchgängige Fläche.“ Mitte März soll ausgehend vom Fontänenfeld bereits mit der Pflasterung des Platzes begonnen werden. Zeitgleich wird laut Seidel entlang der Häuserzeile zwischen Kielmeyers Besen und dem Café Markt Eins gepflastert, anschließend weiter Richtung Münster St. Paul. „Damit wollen wir den Gastronomen ermöglichen, bald wieder ein bisschen draußen bestuhlen zu können“, sagt Baubürgermeister Hans-Georg Sigel. Die Zeit der Baustelle sei schließlich sehr hart für sie.

Pflasterarbeiten auf Esslinger Marktplatz dauern mehr als ein Jahr

Gepflastert wird laut Sigel ein sogenannter Passeverband, bei dem Natursteine in fünf unterschiedlichen Größen und drei verschiedenen Farben – zwei Grautönen und einem Gelbton – zusammengefügt würden. Es dauere am Anfang sicher eine Weile, bis sich die Pflasterer an die Eigenheiten des Platzes und an das spezielle Pflastermuster gewöhnt hätten und dann zügiger vorankämen. Allerdings werde sich das Pflastern wohl dennoch bis kurz vor der Eröffnung des neu gestalteten Marktplatzes im Mai 2027 hinziehen, weil es immer nur dort verlegt werden könne, wo alle anderen Arbeiten erledigt seien.

Dicke Leitungsbündel führen zu den künftigen Fontänenfeldern auf dem Esslinger Marktplatz. Foto: Roberto Bulgrin

Neben der Optik soll auch die Nutzung des Marktplatzes als Veranstaltungsort verbessert werden. So werden laut Seidel insgesamt 42 hydraulische Deckel auf der Fläche installiert, die mit Steckdosen sowie teilweise auch mit Wasser- und Abwasseranschlüssen ausgestattet sind und bei Bedarf lediglich hochgeklappt werden müssen. Zusätzlich sollen an den Sitzdecks rund um die Baumbeete Verteilerkästen installiert werden. „Ziel ist es, keine Kabelbrücken mehr zu brauchen und den Kabelsalat möglichst einzudämmen“, sagt Seidel. Zudem soll die Bewässerung der Baumbeete mit Hilfe einer Berieselungsanlage automatisiert und damit vereinfacht werden.

Esslinger Citylauf und Weihnachtsmarkt trotz Baustelle möglich

Während die meisten Veranstaltungen auf dem Marktplatz in diesem Jahr gar nicht oder nur woanders stattfinden können, will man laut Baubürgermeister Sigel zumindest zwei Events hier ermöglichen: Den Citylauf im Sommer, der quer über den Platz führen soll, und den Weihnachtsmarkt. Für Letzteren werde man im Zweifelsfall temporäre Asphaltdecken aufbringen, um Stolperfallen wegen Unebenheiten oder wegen fehlenden Pflasters auszugleichen.

Trotz der aktuellen Finanzmisere im städtischen Haushalt ist laut Baubürgermeister Sigel bei der Marktplatz-Umgestaltung nicht mit größeren Einschnitten zu rechnen. „Ab einem gewissen Baufortschritt gibt es eigentlich kein Zurück mehr“, sagt er. „Wir schauen uns die Kosten ständig an – und wenn man etwas einsparen kann, dann tun wir das“, so Sigel. Aber wenn die Ausschreibungen abgeschlossen und die Aufträge vergeben seien, sei nur noch wenig zu machen. Auf der anderen Seite sei auch nicht mehr mit großen Überraschungen bei den Kosten zu rechnen – und letztlich sei man auch hier noch voll im Plan.

Zufahrt zu Tiefgarage Kleiner Markt gesperrt

Sperrung
Aufgrund der Pflasterarbeiten entlang der Fachwerkhäuserzeile am Esslinger Marktplatz muss laut Stadtverwaltung in den kommenden Wochen zwei Mal für drei Tage die Zufahrt zur Tiefgarage Kleiner Markt gesperrt werden, nämlich von Montag, 16. März, bis Mittwoch, 18. März, sowie von Dienstag, 7. April, bis Donnerstag, 10. April. Während dieser Zeit können Fahrzeuge zwar in der Tiefgarage stehen bleiben, eine Zu- und Ausfahrt ist jedoch nicht möglich.

Kosten
Inklusive Planungsleistungen summieren sich laut Projektleiter Norbert Seidel die Kosten für die Umgestaltung des Esslinger Marktplatzes auf rund neun bis 9,5 Millionen Euro. Das Land hat eine Förderung in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro angekündigt. Geplant ist, die Arbeiten bis Pfingsten 2027 und damit rechtzeitig zu den Feierlichkeiten zum 1250-Jahr-Jubiläum der Stadt fertigzustellen.