Der Esslinger Datenmentor Holger Wunderlich organisiert einen Abend zum Thema Cybergefahren für Kinder im Komma. Foto: Roberto Bulgrin

Gewalt, Pornografie, Hasskommentare: Im Internet lauern viele Gefahren – auch für Kinder und Jugendliche. Esslinger Eltern wollen etwas gegen diese Cyberrisiken tun.

Cyberfalle Internet: Smartphones in Kinderhänden bergen Gefahren. Im virtuellen Raum lauern Pornos, lebensgefährliche Challenges, Abzocke durch Gaming oder Videos mit Hitlergruß. Über ein Verbot von sozialen Medien für unter 14-Jährige wird diskutiert. Topaktuell ist daher der Vortrag von Saskia Nakari, der Referentin für Jugendmedienschutz für das Stadtmedienzentrum Stuttgart, am Mittwoch, 4. März, in Esslingen. Thema: „Smartphones in Kinderhand – Crime. Geschichten aus dem Schulalltag“. Zusätzlich wird über eine Ausbildung zu Elternmedienmentoren informiert.

 

Die Cyberfalle kann leicht zuschnappen. 27 Prozent der befragten Mädchen und 29 Prozent der Jungen geben laut einer Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs) an, im letzten Monat virtuell ungewollt auf pornografische Inhalte gestoßen zu sein. Bei den zwölf und 13-Jährigen waren es zehn Prozent, bei den 14- und 15-Jährigen 18 Prozent. Acht Prozent der Mädchen und 14 Prozent der Jungen sind im letzten Monat persönlich beleidigt worden.

Zahlen, die den Esslinger Digitalmentor Holger Wunderlich nachdenklich stimmen. Darum hat er den Vortrag mit Saskia Nakari im Komma mitorganisiert. Es gehe darum, Eltern, Lehrer, Schulsozialarbeiter und andere Verantwortliche für die Problematik zu sensibilisieren.

Eine weitere Gefahr im Internet – Cyber-Grooming: Minderjährige und junge Volljährige werden dabei gezielt über das Internet manipuliert, um Straftaten wie sexuelle Übergriffe an ihnen begehen zu können. Foto: imago images/Christian Ohde

Eltern könnten sich an diesem Abend auch über eine mögliche Ausbildung zu Eltern-Medienmentoren (EMM) informieren, die an Esslinger Schulen starten soll. Inhalte sind Facetten der Medienkompetenz wie Selbstdarstellung im Internet, Umgang mit dem Smartphone, Gewalt und Pornografie in den Medien, digitale Spiele, Videos und Streaming sowie rechtliche Aspekte, Daten- und Verbraucherschutz. Aus diesem Inhaltsbündel können sich Teilnehmende Schwerpunkte auswählen. Es werden vier Abendtermine unter der Woche mit jeweils etwa vier Stunden stattfinden. Zur Durchführung werden mindestens zwölf Eltern gebraucht.

Schwerpunkt des Abends liegt auf der sexualisierten Gewalt

Die Referentin werde an dem Abend einzelne Vorfälle vorstellen, bei denen Kinder Straftaten über das Internet begangen haben oder Opfer eines Delikts wurden, erklärt Holger Wunderlich: „Der Schwerpunkt wird sexualisierte Gewalt sein. Hier sehen wir nur die Spitze des Eisbergs – das wird heftig genug sein.“

Der Vortrag steht am Mittwoch, 4. März, um 19 Uhr im Komma in der Maille 5 bis 9 in Esslingen an. Eine Anmeldung ist nicht nötig, die Veranstaltung ist öffentlich.

Infos zu den Eltern-Medienreferenten unter https://moerike-eltern.de/emmp/