So sahen die ursprünglichen Pläne für den Eingang der „Via“ von der Ecke Ehnigasse/Martinstraße Foto: Imallinvest Europe GmbH

Um die Überbauung des Karstadt-Parkplatzes trotz kräftig gestiegener Kosten doch noch verwirklichen zu können, denken die Projektentwickler offenbar über eine Änderung des Branchenmixes in der geplanten Einkaufspassage nach.

Esslingen - Eigentlich – so die ursprünglichen Planungen – sollte die Einkaufspassage „Die Via“, die den Bahnhofsbereich und die westliche Esslinger Altstadt weiter aufwerten soll, im Frühjahr 2020 eingeweiht werden. Doch noch immer herrscht auf dem Parkplatz auf dem Karstadt-Areal gähnende Leere.

Außer ein paar archäologischen Untersuchungen und einigen kleineren Abrissarbeiten ist bisher nichts in dieser zentralen Innenstadtlage geschehen. Dabei liegt seit nun zwei Jahren die Baugenehmigung für das 100-Millionen-Euro-Projekt vor.

Baupreissteigerung als großes Problem

In die Quere gekommen sind den Investoren und dem Projektentwickler die massiven Baupreissteigerungen des vergangenen Jahres, die die Realisierung der „Via“ immer wieder infrage gestellt haben. Nun scheint der Entwickler Imallinvest eine neue Variante zu prüfen, um das geplante innerstädtische Projekt doch noch verwirklichen zu können.

Aus Esslinger Hotelkreisen ist zu hören, dass Imallinvest offenbar eine Änderung des Branchenmixes in der „Via“ plant – und dabei nun auch darüber nachdenkt, einen Teil der als Einkaufspassage, Büros und Wohnungen geplanten Flächen für ein Hotel zu nutzen.

Stadt hat sich zum Stillschweigen verpflichtet

Der Projektleiter bei Imallinvest, Klaus Mennickheim, war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Und auch bei der Esslinger Stadtverwaltung gibt man sich wortkarg: Man habe dem Projektentwickler auf dessen Bitte hin zugesagt, sich nicht öffentlich über möglicherweise geplante Änderungen bei dem innerstädtischen Großprojekt zu äußern. An diese Zusage fühle man sich gebunden.

Für Schlagzeilen hatte im September dieses Jahres die Ankündigung der Buchhandlung Osiander gesorgt, ihre beiden Esslinger Filialen nicht – wie zunächst geplant – in der „Via“ zu konzentrieren. Stattdessen will Osiander nun im kommenden Frühjahr ein großflächiges Mediengeschäft in den ehemaligen Räumen von Strauss Innovation in der Bahnhofstraße eröffnen. Osiander zählte neben Aldi und der Drogeriemarktkette dm zu den Hauptmietern in der „Via“.

Aldi und dm stehen weiter zur „Via“

Die Frage, ob der Rückzug von Osiander Auswirkungen auf die „Via“ haben werde, hatte Klaus Mennickheim im September verneint. Imallinvest halte unverändert an dem Projekt fest, hatte er betont. Auch Aldi und dm hatten auf Anfrage bestätigt, dass sie trotz des sich verzögernden Baubeginns an einem Engagement in der neuen Einkaufspassage weiterhin stark interessiert seien. Entsprechende Vorverträge sind bereits seit längerem unterzeichnet.

Ob die nun offenbar ins Auge gefasste Hotellösung Auswirkungen auf die Baugenehmigung haben könnte, und ob das Verfahren deshalb noch einmal aufgerollt werden müsste, werde man dann prüfen, wenn der Investor seine möglicherweise modifizierten Vorschläge der Stadt präsentiere, heißt es aus dem Rathaus. Einen Zeitpunkt für den Baubeginn kenne man dort auch nicht. Es könnte also noch eine ganze Weile dauern, bis der Entwicklungsweg der „Via“ zu Ende geht.

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