Wenn die Küferstraße 13/1 abgerissen wird, sucht die Diakonie eine neue Heimat. Foto: Rudel

Wenn der Büchereineubau an der Küferstraße kommt, muss der Diakonieladen weichen. Die Verantwortlichen fürchten, dass sie keinen adäquaten Ersatz finden.

Esslingen - Noch ist nichts entschieden. Doch wenn die Signale aus dem Esslinger Rathaus und aus den Gemeinderatsfraktionen richtig zu deuten sind, könnte sich der Gemeinderat noch vor der Sommerpause mit großer Mehrheit für einen Neubau der Stadtbücherei an der Küferstraße als Ersatz für die zu kleine und baulich marode Einrichtung im Bebenhäuser Pfleghof aussprechen.

Gültiger Mietvertrag bis 2022

Damit will sich einer der Mieter des dann vom Abriss bedrohten Gebäudes Küferstraße 13/1 nicht abfinden. Eberhard Haußmann, der Geschäftsführer des Kreisdiakonieverbands, verweist auf einen rechtsverbindlichen Mietvertrag mit dem bisherigen Besitzer des Gebäudes. Dieser gelte bis zum Jahr 2022 – und zwar nicht nur für den 600 Quadratmeter großen Diakonieladen, sondern auch für das vom Kreisdiakonieverband in Esslingen betriebene Jobcafé und angrenzende Beratungszimmer. Zwar räumt er ein, dass das Gebäude selbst nicht gerade zur Attraktivitätssteigerung der Küferstraße beitrage. Aus seiner Sicht handelt es sich aber um einen nahezu idealen Platz, um ein bezahlbares Warenangebot für jene Menschen zu machen, die finanziell nicht in der Lage sind, sich in normalen Geschäften zu versorgen. Haußmann bezweifelt, dass es gelingen könne, für den Diakonieladen in Esslingen ein ähnlich attraktives Gebäude in zentraler Lage zu finden. Er sei aber offen für Gespräche mit der Stadt, betont Haußmann.

Bei der Stadt Esslingen hat man durchaus Verständnis für die Position des Kreisdiakonieverbands. Allerdings teilt man dort die Bedenken Haußmanns nicht, dass die Stadt den Rauswurf der Diakonie plane, ohne einen entsprechenden Ersatz anzubieten. „Wenn wir das Haus kaufen, übernehmen wir es natürlich auch mit den bestehenden Mietverhältnissen mit allen damit verbundenen Verpflichtungen“, betont der Sprecher der Stadt, Roland Karpentier.

Der Diakonieladen soll in die Gesamtrechnung einfließen

Es sei dabei selbstverständlich das erklärte Ziel der Stadt, dem Diakonieladen eine Zukunft zu geben. Schließlich müsse man in der Gesamtrechnung, die man dem Gemeinderat voraussichtlich in der kommenden Woche vor der Entscheidung über den neuen oder alten Büchereistandort machen werde, auch solche Kosten benennen, die durch den dann notwendigen Umzug des Diakonieladens entstehen würden.

Der Zeitplan sieht vor, dass die Stadt in der kommenden Verwaltungsausschusssitzung am 17. Juli weitere Zahlen zu den Kosten und zur Machbarkeit der beiden verbliebenen Standorte vorlegt. Dann könnte am 24. April in der letzten Sitzung des Gemeinderats vor der Sommerpause noch der Grundsatzbeschluss zur Bücherei fallen. Als Eröffnungstermin sind die Jahre 2021 oder 2022 im Gespräch.

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