Der alte Standort in der Heugasse ist wohl ein Auslaufmodell. Foto: Ines Rudel

Zu vieles spricht für den Standort Küferstraße, als dass die Bürgerinformation daran noch etwas ändern könnte. dennoch: schaden kann die geplante Bürgerinformation nicht, meint unser Autor Kai Holoch

Esslingen - Die Entscheidung ist nachvollziehbar. Weil der Vorschlag, in der Küferstraße eine neue Stadtbücherei zu bauen, erst vor wenigen Wochen aufgetaucht ist, weiß die Bevölkerung bisher nur wenig über die Vorteile des Projekts. Deshalb ist es gut, die Bürger zunächst zu informieren, ehe der Gemeinderat die endgültige Standortentscheidung fällt.

Allerdings – auch das muss der Ehrlichkeit halber gesagt werden –: ein bisschen Augenwischerei ist natürlich schon im Spiel. Denn allen Beteiligten ist klar, dass die nun eintretende zeitliche Verzögerung des Projekts keinen Einfluss auf die Entscheidung des Gemeinderats haben wird. Denn dort steht eine breite Mehrheit für den Neubau an der Küferstraße.

Dafür gibt es gute Gründe: Eine neue Stadtbücherei bietet die Chance, das Raumprogramm den Anforderungen an eine moderne Bibliothek anzupassen. Auch ist es ein Vorteil, dass die Musikschule unmittelbar an den Neubau angrenzen wird. So lassen sich erhebliche Synergieeffekte erzielen. Zudem wird es an der Küferstraße problemlos möglich sein, die Barrierefreiheit zu gewährleisten. Dass die alte Bücherei gemütlicher und heimeliger ist als ein Neubau, bestreitet niemand. Dieses Argument kann und darf bei einem 20-Millionen-Euro-Projekt aber keine Rolle spielen.

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