Die Bundesdruckerei hat der Stadt Esslingen neue Automaten geschenkt, an denen Bürger Fotos für Ausweisdokumente erstellen können. Doch offenbar funktionieren diese nicht immer.
Eigentlich soll jetzt alles besser laufen. Das Esslinger Bürgeramt wurde umgebaut und saniert, Abläufe und Prozesse wurden modernisiert. Doch offenbar geht nicht alles komplett reibungslos vonstatten im Behördenzentrum an der Beblingerstraße. Denn die Fotostationen, die erst vor wenigen Monaten von der Bundesdruckerei an die Stadt Esslingen ausgeliefert wurden, sorgen wohl immer mal wieder für Probleme.
Die Erfahrung hat zumindest Siegfried Schroetel gemacht. Der Esslinger engagiert sich nach eigenen Angaben in der Flüchtlingshilfe und berichtet, dass er vor Kurzem mit einem afghanischen Jungen in der Ausländerbehörde gewesen sei, weil dieser einen neuen Ausweis brauchte. Um die dafür notwendigen digitalen biometrischen Bilder und Fingerabdrücke machen zu lassen, hätten sie sich an einer der neuen Fotostationen angestellt. Was dann kam, beschreibt Schroetel als ziemliche Geduldsprobe.
Geduldsprobe an Fotostation: Fehlermeldungen verzögern Prozess
Als er und sein Begleiter nach mehr als 20 Minuten Wartezeit endlich an der Reihe gewesen seien, habe es mehr als eine Stunde gedauert, bis der Foto-Automat endlich das Okay für das biometrische Bild seines Begleiters gegeben habe, erzählt Schroetel. Denn während des Aufnahmeprozesses habe der Junge auf Anweisung des Gerätes seinen Kopf immer wieder anders neigen müssen, doch immer wieder seien Fehlermeldungen gekommen.
Als das Bild dann endlich korrekt aufgenommen gewesen sei und sie noch die Fingerabdrücke einlesen lassen wollten, sei das komplette System abgestürzt. Eine Mitarbeiterin habe den Notaus-Knopf gedrückt und verkündet, nun müsse man erst einmal zehn Minuten warten. Als das System anschließend wieder hochgefahren gewesen sei, habe er gesehen, dass das Foto seines Begleiters gar nicht gespeichert gewesen sei und sie das ganze Prozedere von vorn hätten beginnen müssen, erzählt Schroetel. „Da haben wir dann die Geduld verloren“, sagt er.
Stadt Esslingen: Ein bis zwei Mal am Tag gibt es Probleme mit den Automaten
Er habe sich die Gebühr für die Nutzung der Fotostation zurückerstatten lassen und das biometrische Foto mit seinem Begleiter zu einem ähnlichen Preis im Drogeriemarkt machen lassen. Schroetel sagt, er wolle sich gar nicht über die Stadt beklagen: „Die kann ja auch nichts für die unausgereifte Technik der Bundesdruckerei.“ Aber er habe den Eindruck gewonnen, dass es öfter Probleme mit den Fotostationen gebe.
Die städtische Sprecherin Corinna Pehar räumt zwar ein, dass es gelegentlich technische Probleme bei den Fotostationen geben könne, etwa wenn während der Nutzung automatische Updates abliefen. „Die Systeme stürzen jedoch nicht dauernd ab – solche Vorfälle können ein bis zwei Mal pro Tag auftreten“, so Pehar. Bei der Aufnahme biometrischer Fotos könne es zudem vorkommen, dass das Bild erst nach einigen Versuchen als geeignet erkannt werde – insbesondere, wenn die Anweisungen des Gerätes nicht genau befolgt würden. Die Nutzerinnen und Nutzer würden aber Schritt für Schritt durch die Fotostationen angeleitet, sodass die meisten problemlos ein Foto erstellen könnten.
Fotostationen in Esslingen: Stadt spricht von steigenden Nutzerzahlen
Grundsätzlich würden die insgesamt fünf Fotostationen, die der Stadt von der Bundesdruckerei kostenfrei zur Verfügung gestellt worden seien, gut genutzt und funktionierten im Alltag weitgehend zuverlässig, sagt Pehar. Und die Nutzung nehme stetig zu: In etwa 40 Prozent der Fälle im Bürgeramt würden sie genutzt und in rund 75 Prozent der Fälle beim Bürgerservice Einwanderung. Die Automaten kamen im Zuge einer neuen gesetzlichen Vorgabe: Seit Sommer 2025 dürfen bei der Beantragung von Ausweisdokumenten nur noch Digitalfotos verwendet werden. Die Erstellung eines Lichtbildes am Fotoautomaten kostet in Esslingen sechs Euro.