Wiederholt wurde Patrizia Capreoli von der Stadt wegen ihres Katers Garfield gemahnt. Der Fall zieht immer weitere Kreise. Nun schaltet sich eine Stadträtin ein.
Ein Kater in den Schlagzeilen: Erst soll Garfield nicht kastriert gewesen sein, nun soll er angeblich Nachbarn in der Esslinger Altstadt durch zu lautes Miauen stören. Binnen kurzer Zeit hat das städtische Ordnungsamt deshalb die Künstlerin Patrizia Capreoli wiederholt wegen ihres Katers angeschrieben und sich auf Beschwerden aus der Nachbarschaft berufen. „Zur Erhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung und gegen umweltschädliches Verhalten“ wird Capreoli aufgefordert, dem Miauen ein Ende zu bereiten. Der Esslingerin geht dieses Vorgehen der Behörde gewaltig gegen den Strich, zumal sie überzeugt ist, dass hinter den Beschwerden eine Person steckt, die auch mit anderen Probleme habe.
Nachdem unsere Zeitung den Fall publik gemacht hat, hagelte es empörte Kommentare – die allermeisten gehen mit der Verwaltung hart ins Gericht. Unterstützung bekommen Patrizia Capreoli und ihr Kater Garfield nun von Rena Farquhar. Die Vorsitzende der FDP/Volt-Ratsfraktion, moniert in einem Schreiben an Ordnungsbürgermeister Yalcin Bayraktar: „Der geschilderte Vorgang wirft aus Sicht vieler Bürgerinnen und Bürger Fragen nach dem tatsächlichen Sachverhalt und der Angemessenheit des Verwaltungshandelns auf.“
Ist das Esslinger Ordnungsamt „ungewöhnlich streng“?
Rena Farquhar will wissen, welche konkreten Beschwerden dem Ordnungsamt vorlagen und wie viele Personen sich beschwert haben, welche rechtlichen Grundlagen für das Vorgehen herangezogen wurden, welche Maßnahmen ergriffen wurden und ob aus Sicht der Stadt eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung beziehungsweise für Umwelteinflüsse bestand, die ein Einschreiten erforderlich machten.
Mit Blick auf diverse Beschwerden aus der Bürgerschaft entstehe „zunehmend der Eindruck, dass das Ordnungsamt in mehreren Fällen mit einem ungewöhnlich strengen oder formalistischen Vorgehen auffällt“. Die Stadträtin nennt beispielhaft öffentlich diskutierte Strafzettel gegenüber Rollerfahrern und ein Schreiben an die Initiatoren des Bürgerbegehrens zur Stadtbücherei, mit dem die Unterschriftensammlung zunächst stark reglementiert werden sollte. „Diese Vorgänge sorgen in der Stadtgesellschaft zunehmend für Irritationen“, so Farquhar.