Schon heute ist die Situation bei der Adenauerbrücke oft chaotisch. Foto: Horst Rudel

Die Pläne der Stadt zur Verkehrslenkung sind das Ergebnis topografischer, finanzieller und zudem unvorhersehbarer Zwänge, meint unser Autor.

Esslingen - Die eine Wahrheit ist: der ganz große Wurf ist der Stadt Esslingen mit dem nun beschlossenen Paket zur Optimierung des Verkehrsflusses sicher nicht gelungen. Von den 17 angedachten Einzelmaßnahmen werden wohl nur wenige Entlastungen im großen Stil für die Verkehrsteilnehmer bringen. Manche Einzelentscheidung – etwa der Wegfall zahlreicher Parkplätze zugunsten einer Busspur im Esslinger Norden – stoßen zudem auf heftigen Widerstand bei den Anwohnern.

Die andere Wahrheit aber ist auch: Die optimale Lösung für Esslingens Verkehrsprobleme gibt es nicht. Die topografische Situation in der Stadt, der finanzielle Engpass vor noch nicht allzu vielen Jahren in Folge der Weltfinanzkrise und die Unvorhersehbarkeit mancher nun dringend gebotener Baumaßnahmen führen dazu, dass sich die Esslinger auf stauträchtige Jahre einstellen müssen.

Reichlich bequem machen es sich die Kritiker, die ein Gesamtkonzept fordern, aber selbst keine Vorschläge haben, wie ein solches aussehen könnte. Aus der misslichen Lage politisches Kapital schlagen zu wollen, wie es der CDU-Stadtverband versucht, ist unredlich. Gut, dass die CDU-Fraktion da nicht mitgespielt hat und wie die große Mehrheit des Gemeinderats diesem vernünftigen Kompromiss zugestimmt hat – auch auf die Gefahr hin, sich damit wenig neue Freunde zu schaffen.

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