Ex-Ratschef Ulrich Bauer blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Foto: Horst Rudel

Esslingen hat dem früheren Oberbürgermeister Ulrich Bauer zum 80. Geburtstag einen Empfang organisiert.

Esslingen - Dass Ulrich Bauer einmal Oberbürgermeister von Esslingen werden würde, war zunächst nicht abzusehen. Geboren in Schwäbisch Hall, hat Bauer, der vor kurzem seinen 80. Geburtstag gefeiert und deshalb am Dienstag von der Stadt mit einem offiziellen Empfang geehrt worden ist, zunächst in Praktika Maurer- und Zimmermannserfahrungen gesammelt. Nach dem Abi studierte er in München Architektur.

Seine berufliche Karriere begann er 1970 im Stadtplanungsamt von Troisdorf, wechselte später als Baubürgermeister nach Heilbronn, um dann 1990 zum Esslinger Oberbürgermeister gewählt zu werden. Gesundheitsbedingt blieb er das nur acht Jahre – und ermöglichte durch seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur dem heute noch amtierenden Jürgen Zieger den Sprung an die Spitze der Stadt. In seinen nur acht Jahren hat Ulrich Bauer dennoch viele Projekte verwirklicht oder zumindest auf den Weg geleitet, wie Zieger in seiner Würdigung betonte. Vor allem aber habe er mit seiner menschenzugewandten Art eine neue politische Kultur der Offenheit und Transparenz geschaffen und Esslingen hin zu den Nachbarstädten und dem Landkreis geöffnet. So sei er zu einer wahren Integrationsfigur geworden.

Er hat den Kultursommer initiiert

Als Kulturmensch wiederum habe er unter anderem den bundesweit beachteten Kultursommer mit auf den Weg gebracht, das Profil der Villa Merkel geschärft und Kulturverwaltung und freie Kulturschaffende an einen Tisch gebracht. Auch die Gründung der Esslinger Stadtmarketing und Tourismus-Gesellschaft im Jahr 1995 fällt in die Amtszeit Bauers – ebenso wie die Wiederbelebung der Schwörtagstradition.

Was viele heute nicht mehr wissen: Auch die Ideen der Südumfahrung des Gleis 1 am Bahnhof, zur Umgestaltung des Dick-Areals und zum Bau eines weiteren Hotels stammen von Bauer. Und dann ist da noch der Privatmensch Bauer, den Zieger würdigte.

Klasse auch als Hobbykoch

Besonders dessen Rezept „Poularde à la Uli“ sei ein Gedicht. Er sei aber nicht nur ein exzellenter Koch, sondern auch Hobby-Gärtner und Märklin-Eisenbahnfan. Auch außerhalb Esslingens hat Bauer zahlreiche Spuren hinterlassen, als Vorstandsvorsitzender der Kulturregion ebenso wie als Chefplaner der Neuen Fildermesse, deren Geschäftsführer er während der gesamten Planungs- und Bauphase bis Ende 2007 war.

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