Die Esslingerinnen und Esslinger werden künftig etliche Dienstleistungen der Stadt von zuhause aus am PC oder Tablet-Computer abrufen können. Foto: dpa

Die Verwaltung plant die digitale Revolution: Unter dem Schlagwort „Digitalisierung 4.0“ hat sie eine umfassende Strategie ausgearbeitet, um die Kommunikation mit den Bürgern und innerhalb der Ämter zu vereinfachen.

Esslingen - Digitalisierung ist kein Wert an sich“, das betonte der Finanzbürgermeister Ingo Rust ausdrücklich, das unterstrich auch der Projektleiter Ignazio Ceffalia am Montag im Gemeinderat bei der Vorstellung der Strategie „Digitalisierung 4.0“. Es geht darum, so der Plan der Verwaltung, Zeit und Geld zu sparen, und die Qualität zu verbessern.

Welche Vorteile hat der Bürger?

Die Bürger sollen sich künftig eine Menge Ämtergänge ersparen können. Die Kita-Anmeldung läuft künftig digital, ebenso die Organisation der Schulbetreuung. Teile des Grundbuchs sollen ebenfalls digital werden, dazu zählen Anträge zum Grundstückskauf sowie verschiedene Daten zu den einzelnen Flurstücken. „Digitalisierung 4.0“ heißt auch eine Vereinfachung der Homepage. Jeder Bürger soll mit drei Klicks, auf die gewünschte Seite der Stadtverwaltung kommen. Digital soll auch die Teilhabe werden: Der Bürger sollen sich online in die Kommunalpolitik einschalten können. Auch für die Gemeinderäte ändern sich die Zeiten. So können sie etwa ihre Anträge zur Tagesordnung des Gemeinderates digital stellen.

Welche Vorteile hat die Verwaltung?

Das Fernziel ist die E-Akte. Das hat den entscheidenden Vorteil, dass der Vorgang nicht mehr wie früher, Amtsstube nach Amtsstube durchläuft, wobei je nach Amt mehr oder vielleicht noch mehr Zeit vergeht. Eine E-Akte kann parallel von verschiedenen Sachbearbeitern aufgerufen und weitergeführt werden, was die Bearbeitungsdauer verkürzt. Darüber hinaus lässt sich eine E-Akte von einem mobilen Endgerät aus bearbeitet werden, so können die Mitarbeiter der Stadt besser im Homeoffice arbeiten.

Was ändert sich für die Mitarbeiter?

Jeder Mitarbeiter erhält ein Personal-Postfach. Urlaube und Dienstreisen können künftig am Computer beantragt werden, ebenso läuft die Zeiterfassung digital. Auch können Aktennotizen automatisiert abgelegt werden, sowie Zeugnisse und Verfügungen. Die gesamte Kernkompetenz der 1800 Mitarbeiter der Stadt Esslingen soll in einem neu gestalteten Intranet zusammengefasst werden, um damit ein elektronisches Wissensmanagement für die ganze Verwaltung zu schaffen.

Wo steht die Verwaltung?

Das alles klingt nach einem langen und dornigen Weg in die Zukunft. Doch steht die Verwaltung besser da als sie vielleicht selbst glaubt. Die Hochschule Ludwigsburg hat eine Stärken- und Schwächen- Analyse gemacht und folgendes herausgefunden: Bei der digitalen Führungskompetenz ist Esslingen im oberen Drittel, bei Themen wie digitaler Organisationskultur und strategischer Steuerung hapert es noch. Die Hochschule hat allerdings auch festgestellt, dass in Esslingen noch ziemlich Luft nach oben ist. Auf einer Skala von eins bis sechs – sechs als bestes – hat es die digitale Führungskompetenz auf einen Wert von 4,4 gebracht.

Wie sieht der Fahrplan aus?

Im Jahr 2017 hat die Stadt beim Landeswettbewerb digitale Zukunftsstrategie mitgemacht und zusammen mit 50 anderen Kommunen 40 000 Euro gewonnen. Im Dezember 2018 wurde die Stabsstelle Digitalisierung geschaffen, im Januar dieses Jahres war die „Digitalisierung 4.0“ als Strategie fertig. In etwa drei bis fünf Jahren soll die Kampagne umgesetzt worden sein und Esslingen wird sich im Idealfall zur Smart City entwickelt haben.

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