Der Studiengang „Pflege“ verbindet eine wissenschaftliche Ausbildung mit Praxis. Foto: Marijan Murat/dpa

Absolventen des Studiengangs „Pflege“ sind Pflegefachkräfte mit Bachelor. Nun ist der zweite Jahrgang dieses Esslinger und Tübinger Gemeinschaftsprojekts fertig.

Der Bedarf an qualifizierten Pflegefachpersonen ist angesichts der demografischen Entwicklung und den komplexer werdenden Anforderungen sowie den Fortschritten in der Gesundheitsversorgung enorm. Genau hier setzt der Bachelor-Studiengang „Pflege“ an. Er ist eine Kooperation der Hochschule Esslingen, der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen und des Universitätsklinikums Tübingen. Jetzt hat der zweite Jahrgang seinen Abschluss gemacht.

 

„Neue Perspektiven für die professionelle Pflege“

„Mit diesem Studienabschluss eröffnen sich neue Perspektiven für die professionelle Pflege. Die Absolventinnen und Absolventen sind in der Lage, evidenzbasiert zu arbeiten, komplexe Versorgungssituationen zu meistern und Innovationen in die Praxis zu bringen“, erklärt Professor Cornelia Mahler, Studiendekanin und Direktorin der Abteilung Pflegewissenschaft am Universitätsklinikum Tübingen. Sie hat zusammen mit Klaus Tischer, Pflegedirektor des Universitätsklinikums, und der Studiendekanin aus Esslingen, Professor Christiane Gödecke, die 19 Studierenden kürzlich verabschiedet.

Gleichzeitig Beruf und Bachelor

Mit dem Bachelorstudiengang erhalten die Absolventinnen und Absolventen sowohl die staatliche Berufszulassung als Pflegefachperson als auch den akademischen Grad des Bachelor of Science (B.Sc.). Nachdem der Studiengang 2018 unter einer Modellklausel gestartet ist und 2020 mit dem neuen Pflegeberufegesetz in den Regelstudienbetrieb überging, hatte 2024 der erste Jahrgang abgeschlossen.

Fast die Hälfte der Absolventen will noch den Pflege- Master machen

Etwa die Hälfte der Studierenden plant, nach dem Bachelorstudium einen weiterführenden Master im Pflegebereich zu absolvieren, heißt es in einer Pressemitteilung der Hochschulen. Einige möchten zusätzlich ein Studium der Hebammenwissenschaft beginnen und sich so doppelt im Gesundheitswesen qualifizieren. Wieder andere arbeiteten bereits als Pflegefachpersonen am Universitätsklinikum Tübingen.

Patientenversorgung und Führungsaufgaben

„Die Absolventinnen und Absolventen werden zukünftig relevante Rollen in und auch außerhalb der Klinik einnehmen und in ihrem eigenen Verantwortungsbereich selbstständig handeln“, sagt Christiane Gödecke. So bietet zum Beispiel das Universitätsklinikum Tübingen für die akademisierten Pflegefachpersonen den Berufsweg des Junior Professionals an. In dieser Funktion ist eine Pflegefachperson in der Patientenversorgung tätig und übernimmt zugleich Aufgaben der Anleitung, Fortbildung, Projektunterstützung und im Qualitätsmanagement.