Bei einer Begehung haben die Mountainbiker am Wochenende ihre geplante Strecke vorgestellt. Foto: Horst Rudel

Die Radsportler des TV Hegensberg haben unter der Berücksichtigung verschiedener Gutachten Pläne für eine legale Strecke erarbeitet. Bevor es auf der neuen Nordschleife talwärts gehen kann, muss diese noch genehmigt und gebaut werden.

Esslingen - Die Mountainbikestrecke der Radsportabteilung des TV Hegensberg ist zwar noch nicht genehmigt, aber das Projekt nimmt immer konkretere Formen an. Am Sonntag haben die Initiatoren den Mitgliedern ihre Planung vorgestellt. Wenn die Strecke im März oder April – wie von den Radlern erhofft – von der Stadt und den Zuständigen des Forsts genehmigt werde, könne im Mai mit dem Bau begonnen werden. Der nimmt laut dem Abteilungsleiter Johannes Reiser rund vier Monate in Anspruch. Dann könnten die Mountainbiker, die einst die beliebte, aber illegale Esslinger Nordschleife (Esnos) genutzt haben (wir berichteten), nach großem Engagement vom kommenden Herbst an auf einem völlig legalen und naturverträglichen Parcours in Richtung Tal sausen.

Dei hauptstrecke ist 950 Meter lang

Die Pläne sind Reiser zufolge schon weit fortgeschritten. Inzwischen sei für die mögliche Strecke, die im Bereich zwischen dem Segelflugplatz und dem Katzenbühl liegt, eine Hauptlinie von rund 950 Metern Länge ins Auge gefasst. Sie soll in einem Mischwald und durch kleinere Klingen talwärts in Richtung Esslingen-Wäldenbronn führen und biete neben großem Fahrspaß mit moderaten Sprüngen und jede Menge Flow „viel Sonne und einen schönen Ausblick“, erklärt Reiser. Zudem seien noch zwei mögliche Varianten mit jeweils 300 bis 400 Metern Länge erarbeitet worden, die an die Hauptstrecke angegliedert würden.

Bei der Planung habe man sich an das bereits erstellte Artenschutzgutachten gehalten und den Streckenverlauf im Wald entsprechen „durchjongliert“, sagt der Radsport-Abteilungsleiter. Beispielsweise gelte es, den Lebensraum von vier verschiedenen Spechtarten zu schützen, sowie einige sogenannte Habitatbäume mit Nisthöhlen weiträumig zu umfahren. Bei Letzteren könne es sich auch um Totbäume handeln, erläutert Johannes Reiser. Die wiederum könnten umfallen und die Sicherheit auf der Strecke gefährden.

Kleinstmöglicher Eingriff, größtmöglicher Spaß

„Wir haben uns bemüht, bei einem kleinstmöglichen Eingriff in die Natur die größtmögliche Attraktivität für die Mountainbiker zu erreichen“, erklärt Reiser die Maxime bei der Planung. Der anvisierte Streckenverlauf werde dann aber noch einmal mit dem Gutachter besprochen. Dabei gehe es unter anderem auch um die mögliche Ausweisung notwendiger Ausgleichsflächen. Über die entsprechenden Maßnahmen müsse dann mit der Stadtverwaltung gesprochen werden.

Insgesamt befassten sich drei Gutachten mit dem Vorhaben, berichtet Reiser. Neben jenem für den Artenschutz, beurteile ein Baumsachverständiger die Gegebenheiten und eine weitere Expertise prüfe die Sicherheit der neuen Esnos. Reiser betont, dass die Strecke zurzeit „noch nicht frei befahrbar“ sei. Denn erst nach dem Abschluss des Genehmigungsverfahrens könne sie modelliert und ausgestattet werden. Im besten Fall könne damit im Mai begonnen werden. Für die Geländeradler stünden dann an dem lediglich zwei Fahrradminuten entfernten Segelfluggelände, am Katzenbühl und am etwas weiter entfernten Jägerhaus Parkplätze zur Verfügung. Direkt an der Strecke könne nicht geparkt werden. „Aber am liebsten ist uns, wenn die Biker mit dem Fahrrad kommen.“

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