Das Startup „The Closest Loop“ der Esslingerin Leonie Eißele bringt nach ersten Erfolgen mit seinem Gurken-Schwamm als zweites nachhaltiges Putz-Utensil einen Lappen aus alter Bettwäsche auf den Markt.
Esslingen - Leonie Eißele und Niklas Heinzerling haben eine Vision: Sie wollen es den Menschen leicht machen, nachhaltiger zu leben. In einem ersten Schritt haben sie mit ihrem neu gegründeten Unternehmen „The Closest Loop“ im vergangenen Jahr einen Putz-Schwamm aus der Luffa-Gurke auf den Markt gebracht. Für die kompostier- und recycelbaren Schwämme ließen sie die vorwiegend in Asien und Afrika beheimateten Kürbisgewächse von einem Biobauern in Deutschland anbauen. Das klappte so gut, dass sie jetzt ihr zweites nachhaltiges Putz-Utensil präsentieren: einen Lappen aus recycelten Alttextilien.
Crowdfunding-Aktion für neues Produkt gestartet
Während der Gurken-Schwamm den exotisch angehauchten Namen „Le Gurque“ trägt, heißt das neue Produkt der zwei Jung-Unternehmer schlicht und einfach „Der Lappen“. Vor etwa drei Wochen startete die Crowdfunding-Aktion für das Produkt, bei der Interessierte die Ware vorbestellen und bezahlen – aber erst später erhalten. Mit dem Vorschuss können Eißele und Heinzerling dann schon die Material- und Produktionskosten bestreiten. „Der Lappen ist quasi unsere Antwort auf das große Problem der Alttextilien“, sagt Heinzerling. Immer mehr Altkleider-Container würden abgebaut und Alttextilien verstärkt in Dritt-Welt-Länder versendet – mit ungewissem Verbleib. „Das ist schade, weil es sich bei den Altkleidern eigentlich um ein gutes Rohprodukt handelt“, findet Heinzerling. Deshalb haben er und seine Esslinger Geschäftspartnerin, die gleichzeitig auch seine Lebenspartnerin ist, sich mit einem Altkleider-Sammler zusammen geschlossen, der seine Ware in Deutschland sortiert. Denn auch diese Aufgabe werde immer mehr in Niedriglohn-Länder verlagert, so der Startup-Gründer. Nach langem Tüfteln und Testen hat sich das Paar dafür entschieden, einen Spül- und Putzlappen aus alter und professionell gereinigter Biber-Bettwäsche anzubieten. Der Verkauf ist bereits angelaufen, zeitgleich wird aber bereits Nachschub produziert. Am besten laufe das Kombi-Paket aus Lappen und Schwamm, berichtet der Jung-Unternehmer.
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Allerdings gab es bei der Produktion des Gurken-Schwamms bereits erste Rückschläge. So hatte der frühere süddeutsche Anbaupartner im Winter große Probleme mit dem starken Schneefall. Letztlich habe dieser die Gewächshäuser zerstört, in denen im vergangenen Jahr die Luffa-Gurken für sein Startup angebaut wurden, erzählt Heinzerling. Deshalb habe man eine Alternative suchen müssen. Wegen der aktuell sehr großen Nachfrage nach Gewächshäusern habe man allerdings auf den Freiland-Anbau ausweichen müssen. Letztlich habe man ein Dutzend Winzer in der Pfalz sowie einen Biobauern in Spanien dafür gewinnen können, Luffa-Gurken auf einem Teil ihrer landwirtschaftlichen Fläche anzubauen.
Ausfälle durch Frost und Starkregen
Allerdings: „Dieses Jahr war das denkbar schlechteste für den Freiland-Anbau“, sagt Heinzerling. Spätfröste und Starkregen hätten der Landwirtschaft stark zugesetzt. Dennoch hätten sich die Früchte recht gut entwickelt – mengenmäßig werde die Ernte aber wohl nicht so gut ausfallen wie im vergangenen Jahr. „Aber für unsere Planung reicht es aus“, sagt Heinzerling. Die Bestellungen aus der Crowdfunding-Kampagne könne man bedienen – und vermutlich auch ein bisschen darüber hinaus. Trotz der Rückschläge betont Heinzerling: „Wir halten an unserer Idee fest.“ Zumal die Produktpalette offenbar längst noch nicht vollständig ist: „Wir haben noch genug Ideen.“