Um Eigentümer bei der Sanierung ihrer Immobilien zu unterstützen, startet die Stadt Esslingen eine besondere Aktion: Sie bietet 100 kostenfreie Vor-Ort-Beratungen an.
Viele Eigentümer fragen sich: Lohnt sich eine Sanierung oder kostet sie am Ende mehr als man zum Beispiel durch das Sparen von Strom zurückbekommt? Die Stadt Esslingen startet zu Fragen dieser Art jetzt eine besondere Aktion: Insgesamt 100 kostenfreie Vor-Ort-Beratungen werden in Kooperation mit der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg und der Klimaschutzagentur des Landkreis Esslingen angeboten.
Dabei begutachten die Energieberaterinnen und -berater vor Ort den Zustand der Immobilien und zeigen auf, welche Optimierungen sich jeweils am besten eignen. Ab sofort können die Termine online gebucht werden. Angeboten werden diese im November und Dezember. Um die Analyse zu erleichtern, sollten Eigentümerinnen und Eigentümer zur Beratung bereits Eckdaten wie Wohnfläche, Baujahr oder Strom- und Wärmeverbrauch bereithalten, heißt es seitens der Stadt Esslingen.
Energiesteckbriefe für alle Esslinger Gebäude
Gleichzeitig stehen ab sofort sogenannte Energiesteckbriefe für alle Esslinger Gebäude zur Verfügung. Damit haben Eigentümerinnen und Eigentümer die Möglichkeit, eine erste Einschätzung zum Wärmebedarf ihres Hauses sowie Einblick in die Einsparpotenziale bei möglichen Sanierungen zu erhalten. Zugrunde liegen diesen Energiesteckbriefen ein virtuelles 3D-Stadtmodell, lokale Wetterdaten und weitere Faktoren wie bauphysikalische Gegebenheiten vor Ort.
Erstellt werden die Energiesteckbriefe in Zusammenarbeit mit dem Klima-Start-up „Fünf Prozent“. Hinter „Fünf Prozent“ steht ein Forschungsteam der Hochschule für Technik Stuttgart, das sich zum Ziel gesetzt hat, mit seiner Lösung Hauseigentümerinnen und -eigentümer im Sanierungsprozess zu begleiten und die Dekarbonisierung des Gebäudebestands zu beschleunigen. Für das Konzept hat das Team den Stuttgarter Klima-Innovationsfonds erhalten.
Katja Walther: „Wir können die Wärmewende in Esslingen meistern“
„Bei der energetischen Sanierung von Gebäuden gibt es in Esslingen nach wie vor großes Potenzial. Gemeinsam mit dem Netzausbau durch die Stadtwerke und unserer strategischen Wärmeplanung können wir so die Wärmewende in Esslingen meistern“, erklärte Katja Walther, Leiterin der Stabsstelle Nachhaltigkeit und Klimaschutz.
Das Potenzial ist womöglich auch so groß, weil viele Gebäude alt und unsaniert sind. Laut Walther wurden fast 50 Prozent der Wohngebäude in Esslingen vor dem Jahr 1950 errichtet. Auf den Zeitraum von 1950 bis 1969 entfielen nochmals mehr als 20 Prozent der Gebäude. Gleichzeitig seien die privaten Haushalte in Esslingen neben der Wirtschaft die größten Verbraucher von Wärmeenergie.