Das alte Gebäude der Hochschule Esslingen in einer Bleistiftzeichnung kurz nach der Wende zum 20. Jahrhundert. Die ehemalige Ingenieurschule bekommt jetzt einen Campus in der Neuen Weststadt. Foto: Hochschule

Für die neue Bildungseinrichtung baut die Stadt eine Straße und muss Eidechsen umsiedeln.

Esslingen - Selten genug, dass die Stadtverwaltung Esslingen das Land Baden-Württemberg lobt. Doch für den Planungseifer, den die Stuttgarter an den Tag legten in Sachen Esslinger Hochschule, wusste der Esslinger Baubürgermeister Wilfried Wallbrecht in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses am Montag nur Gutes zu berichten.

Die Stadt rechnet damit, dass der Bauantrag für die Hochschule bereits in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres im Esslinger Bauamt eintreffen werde und dass die Hochschule um das Jahr 2025 fertig sein werde. Damit wäre dann nicht nur das letzte wichtige Bauteil der neuen Weststadt errichtet, sondern auch ein weiteres Kapitel der Stadtentwicklung aufgeschlagen. Durch den Umzug der Schule von der Flandernstraße herab wird dort eine große Flächen für die Wohnbebauung frei.

Doch auch die Stadt Esslingen muss ihre planerischen und baulichen Hausaufgaben machen, die auch mit Kosten verbunden sind. 1,2 Millionen Euro wird der Eidechsenschutz kosten, und die Stadt muss eine neue Versorgungsstraße bauen zwischen dem Baugelände am westlichsten Zipfel der Weststadt und den Eisenbahnschienen. Ursprünglich sollte diese Straße vor der Hochschule laufen, aber die Stadtverwaltung will den Platz vor der Hochschule aufwerten und ansprechend gestalten, außerdem würde auch der geplante Radweg Richtung Stuttgart mit einer Versorgungsstraße kollidieren.

130 Millionen Euro soll der Neubau kosten

Damit die Straße Platz hat, rückt die Hochschule jetzt etwa sechs Meter nach Norden. Die erforderlichen Grundstücke sind im Besitz der benachbarten Stadtwerke, was bedeutet, dass die Stadt sich leichter etwas davon „abknapsen konnte“, wie Wilfried Wallbrecht berichtete.

Voraussichtlich 130 Millionen Euro soll der Neubau kosten. Das Gelände ist rund zwei Hektar groß, zunächst soll die Nutzfläche mit 19 100 Quadratmetern in etwa der Fläche entsprechen, die der Hochschule momentan auf der Flandernhöhe zur Verfügung steht. Darüber hinaus soll auch rund 10 000 Quadratmeter Erweiterungsfläche eingeplant werden.

Die Architekten verteilen das Gebäude-Ensemble auf vier Baukörper, in deren Mitte sich ein großer Innenhof befindet. Alle Gebäude sind fünfgeschossig mit einem erhöhtem Erdgeschoss, in dem die zentralen Anlaufstellen wie die Bibliothek, die Aula, die Mensa und die großen Hörsäle untergebracht werden. In den oberen Stockwerken finden sich rund um den Innenhof die weiteren Seminarräume, in denen auch neue, moderne Lehr- und Lernformen möglich sein sollen. Die Büros wiederum sind nach außen, in Richtung des öffentlichen Raums, vorgesehen.

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