Die Esslinger Pliensaubrücke soll teilweise neu gebaut werden – eines der Großprojekte im Jahr 2026. Foto: Roberto Bulgrin

Umgestaltung des Marktplatzes, Erneuerung der Pliensaubrücke, Sanierung der Schelztorhalle: In der Esslinger Innenstadt wird es 2026 einige größere Baustellen geben.

Kaum neigt sich das alte Jahr dem Ende zu, richtet sich der Blick vielfach schon auf das neue Jahr. Dieses wird es in Esslingen wohl in sich haben, denn es stehen zahlreiche Großprojekte in der Innenstadt an. Von der Umgestaltung des Marktplatzes über die Sanierung der markanten Schelztorhalle bis zum Neubau eines Teils der Pliensaubrücke reicht die Liste der Vorhaben – nicht zu vergessen manch weniger augenfällige Baustelle, die darüber hinaus noch auf der To-do-Liste der Stadt steht.

 

Das wohl prominenteste Projekt in der Esslinger City dürfte im kommenden Jahr die Neugestaltung des Marktplatzes sein. Nachdem bislang lediglich verschiedene Vorarbeiten geleistet wurden, steht laut Stadtverwaltung Anfang 2026 der eigentliche Baubeginn an. Vom 12. Januar an solle der zentrale Platz grundlegend neugestaltet und als zentraler Treffpunkt für Bürgerinnen und Bürger weiterentwickelt werden, heißt es aus dem Rathaus.

Vorbereitung für Bebauung des Karstadt-Areals

Gleichzeitig werden noch bis Ende Februar die letzten Arbeiten für die Sanierung des Geiselbachkanals unterhalb des Marktplatzes erledigt. Eigentlich hätte dieses Projekt bis zum Beginn des Weihnachtsmarkts abgeschlossen sein sollen, doch die Regenfälle im Herbst hätten den Fachfirmen einen Strich durch die Rechnung gemacht, teilt der städtische Sprecher Marcel Meier mit. Auch die Kanal- und Fernwärmearbeiten in der Martinstraße, die in Vorbereitung der Bebauung des Karstadt-Areals erfolgen, sind noch nicht abgeschlossen. Sie sollen ab Mitte Januar fortgeführt und bis zum Frühjahr erledigt werden.

Auch am Neckaruferpark, der eigentlich bis Ende 2025 fertig sein sollte, laufen die Arbeiten laut Meier nach wie vor auf Hochtouren. Derzeit werden die Belagsarbeiten für die neuen Fuß- und Radwege erledigt. Zudem sollen der Boden bearbeitet und neue Bäume gepflanzt werden, damit der Charakter eines Parks entsteht. „Nach jetzigem Stand können wir den Neckaruferpark im Frühjahr 2026 offiziell eröffnen“, sagt Stadtsprecher Meier.

Esslinger Oberleitungsnetz wird 2026 weiter ausgebaut

Gleich zu Beginn des neuen Jahres soll auch der Oberleitungsausbau im Esslinger Norden starten. Dabei wird das Oberleitungsnetz für den städtischen Busverkehr über die untere Mülbergerstraße, die Wielandstraße und die Rotenackerstraße bis zur Haltestelle „Eugen-Bolz-Straße“ erweitert. Anschließend steht der Bauabschnitt auf dem Altstadtring an, wo die Oberleitungen von der Maille-Kreuzung über die Kiesstraße, die Grabbrunnenstraße, die Ebershaldenstraße, die Augustinerstraße und die Berliner Straße bis zur Schelztorstraße in beiden Fahrtrichtungen eingerichtet werden.

Vor Beginn des Weihnachtsmarkts wurde auf dem Esslinger Marktplatz bereits gearbeitet – 2026 wird die Umgestaltung fortgesetzt. Foto: Roberto Bulgrin

Zu größeren Beeinträchtigungen wird zudem voraussichtlich der Ersatzneubau eines Teils der Pliensaubrücke führen, die eine wichtige Verbindung zwischen Innenstadt und Pliensauvorstadt für Fußgänger und Radfahrende darstellt. Denn schon im Frühsommer soll eine Baustraße hergestellt und die Umleitungsstrecke für Radler und Fußgänger über die Vogelsangbrücke eingerichtet werden. Anschließend soll der Rückbau des Brückenteils über dem Neckar beginnen. Voraussichtlich Anfang 2027 kann dann mit dem eigentlichen Neubau der Brücke begonnen werden.

Die markante Schelztorhalle wird saniert

Für die Sanierung der markanten Schelztorhalle am Rande der Esslinger Altstadt sind die umfangreichen Vorarbeiten bereits gelaufen. Voraussichtlich im Frühjahr soll die Sanierung des Gebäudes und der Tragwerkskonstruktion des Dachs starten. Rund zehn Monate sind laut Marcel Meier für die Sanierung des historischen Dachs eingeplant, weitere sechs bis acht Monate für die Modernisierung im Inneren der Halle sowie für das neue Beleuchtungskonzept. Wenn alles klappt wie geplant kann die Schelztorhalle gegen Ende des Jahres 2027 wieder eröffnet werden.

Starten sollen zudem im kommenden Frühjahr die Rohbauarbeiten für den Ergänzungsneubau der Grundschule Pliensauschule, der 1200 Quadratmeter mehr Fläche für die Schulkinder bieten soll. Das dreigeschossige Gebäude soll der Grundschule genügend Platz für die in Zukunft erwartete steigende Zahl an Schülerinnen und Schülern bieten. Über den Winter werden die bisherigen Gebäude auf den Grundstücken in der Weilstraße 15 und 17 abgerissen. Wenn der Rohbau steht, soll es voraussichtlich im Frühjahr 2027 mit der Gebäudehülle und dem Innenausbau weitergehen, sodass der Neubau möglichst im Sommer 2028 fertiggestellt werden kann.

Bereits im Herbst ist der Rohbau des Neubaus für die Zollberg-Realschule fertiggestellt worden – bis zum Jahreswechsel solle das Gebäude nun nach außen hin dicht gemacht werden, so Marcel Meier. Anfang 2026 will die Stadt dann mit dem Innenausbau beginnen sowie mit der Gestaltung des neuen Schulhofs. Voraussichtlich zu Beginn des neuen Schuljahrs kann die Zollberg-Realschule das neue Schulgebäude dann beziehen.

Besonderheiten einzelner Großprojekte

Information
Zum Start der Bauarbeiten auf dem Marktplatz plant die Stadt eine öffentliche Informationsveranstaltung am Dienstag, 13. Januar, um 18 Uhr im CVJM-Haus. Die Stadt bittet um Anmeldung über www.esslingen.de/infoveranstaltung-marktplatz.

Konstruktion
Der Neubau der Zollberg-Realschule ist das erste städtische Gebäude dieser Größenordnung, das zu weiten Teilen auf eine Holzkonstruktion setzt. Parallel zum Neubau wird auch der neue Schulhof gestaltet – unter anderem mit 30 neuen Bäumen, einem Kleinspielfeld und weiteren Outdoor-Bewegungsmöglichkeiten.