Nijazi Shala, Busfahrer des Jahres 2019, am Steuer seines Linienbusses. Foto: Ines Rudel

Nijazi Shala ist von den VVS-Kunden zum „Busfahrer des Jahres 2019“ gewählt worden. Er taugt in mehrfacher Hinsicht zum Vorbild.

Esslingen - Babette Melchinger, die Geschäftsführerin des Omnibus-Unternehmens Melchinger aus Aichtal, hat eine Erfahrung gemacht: „Die richtig guten Leute bekommen wir gar nicht mit“, sagt sie. Der täglichen Kundschaft fallen dagegen „die richtig guten Leute“ umso mehr auf. Einer von ihnen ist Nijazi Shala. Der 57 Jahre alte Busfahrer, der vor allem auf den Fildern und in Aichtal unterwegs ist, wurde von den VVS-Kunden jetzt zum „Busfahrer des Jahres 2019“ gewählt.

Die Wahl ist ganz nach dem Geschmack von Horst Stammler, dem Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Stuttgart. „Busfahrer ist ein Mangelberuf geworden. Deshalb sind wir sehr daran interessiert, auch Migranten für den Beruf zu begeistern“, sagte er anlässlich der Preisverleihung am Donnerstag in Esslingen. Nijazi Shala ist von seinem Beruf begeistert: „Fahrgäste gut, Linie gut, Chef gut – kein Stress“, so lautete der Kurzkommentar des sichtlich verlegenen Familienvaters, der im Jahr 1991 auf der Flucht vor den Kriegswirren im Kosovo nach Deutschland gekommen war. Zu Hause hatte er in einer Textilfabrik gearbeitet. In Deutschland folgten sieben Jahre im Hotelgewerbe, danach ist er drei Jahre Taxi gefahren. Inzwischen sitzt er seit 17 Jahren hinter dem Steuer von Linienbussen.

Begeisterter Fußballfan

Nijazi Shala ist verheiratet und hat drei Kinder. In seiner Freizeit spielt er am liebsten Fußball. Da dürfte ihm, dem Fußball-Fan, der 200-Euro-Wertgutschein, den er neben dem Wimpel und der Urkunde aus den Händen von Horst Stammler erhalten hat, sehr gelegen kommen, schließlich kann er gegen Eintrittskarten aller Art eingelöst werden – unter anderem für die Heimspiele des VfB Stuttgart.

Mit dem seit 16 Jahren ausgelobten Wettbewerb „Busfahrer des Jahres“ möchte der Verkehrsverbund den Fahrerinnen und Fahrern für ihren täglichen Einsatz in einem anspruchsvollen Arbeitsumfeld danken. Der Gewinner wird in zwei Wahlgängen ermittelt. Grundlage ist das Votum aller VVS-Fahrgäste. Die beiden dabei ermittelten Stimmenkönige werben dann auf der VVS-Homepage und auf dem Facebook-Auftritt des Unternehmens final um die Gunst des Publikums.

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