Der Versuch von Andreas Böhm, den 24-Stunden-Weltrekord im Tretrollerfahren zu brechen, ist gescheitert. Der Esslinger musste nach 377 Kilometern abbrechen.
Der Kopf hat es gewollt, doch der Körper hat gestreikt: Der Esslinger Tretroller-Fahrer Andreas Böhm hat den 24-Stunden-Weltrekord des Niederländers Piet Groeneveld nicht geknackt. Seinen Versuch auf der 400-Meter-Rundbahn der Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle in Erfurt, binnen eines Tages 546 Kilometer zu absolvieren, musste der 39-Jährige nach 377 Kilometern und damit vorzeitig abbrechen.
„Ich habe nur noch verschwommen gesehen und Krämpfe in Händen und Beinen bekommen“, sagte Böhm nach seinem Ausstieg. Dass er, gewissermaßen im Vorbeifahren, den Zwölf-Stunden-Weltrekord auf etwas mehr als 292 Kilometer steigerte, war für ihn zumindest ein schwacher Trost. Nur wenig später war der Mediziner, der im Stuttgarter Marienhospital als Anästhesist arbeitet, aber schon wieder angriffslustig. Er schloss nicht aus, im nächsten Jahr einen neuerlichen Anlauf zu nehmen.
Zunächst lief alles nach Plan
Angefangen hatte in Erfurt noch alles nach Plan. Böhm startete mit dem geplanten Schnitt von etwas mehr als 25 Stundenkilometern, der locker gereicht hätte, um die Bestmarke zu übertreffen. Völlig anders als geplant musste er allerdings schon nach vier Stunden eine Toilettenpause einlegen. Auf eine solche hatte der Extremsportler eigentlich komplett verzichten wollen. Trotz der verlorenen Zeit, blieb er jedoch im Soll.
„Rund 300 Kilometer lief es sehr gut und ich dachte, das wäre eine sichere Sache“, erklärte Böhm. Doch dann seien die ersten gesundheitlichen Probleme aufgetreten. „Der Puls sank auf 115 Schläge pro Minute, viel zu wenig für diese Belastung, womit der Körper signalisierte, dass er in den Ruhemodus schalten möchte“, betonte er – und brach nach drei weiteren Toilettenpause ab.