Plflegebedürftige Menschen werden in Esslingen wohnortnah untergebracht. Foto: Horst Rudel

An der Seracher Straße öffnet das Pflegeheim Hohenkreuz seine Pforten. 59 Einzelzimmer stehen zur Verfügung. Anfang November ziehen die ersten Bewohner ein.

Esslingen - Um die herrliche Aussicht auf den Schurwald und bis zur Schwäbischen Alb werden die neuen Bewohner sicher von ihren Angehörigen beneidet werden. Am Donnerstag haben der Esslinger Oberbürgermeister Jürgen Zieger und Thilo Naujoks, der Geschäftsführer der städtischen Pflegeheime, das neue Pflegeheim Hohenkreuz in der Seracher Straße 44 offiziell eingeweiht. Die ersten Mieter können Anfang November einziehen. Zuvor wird es am Sonntag, 30. Oktober, von 11 bis 17 Uhr einen Tag der offenen Tür geben, um interessierten Bürgern zu zeigen, wofür in den vergangenen zwei Jahren 8,3 Millionen Euro auf dem städtischen Gelände verbaut worden sind.

Entstanden sind 59 Einzelzimmer, die auf fünf Hausgemeinschaften verteilt sind. Eine Tagespflegeeinrichtung für 16 Gäste und ein öffentliches Café mit rund 40 Plätzen, in dem auch ein Mittagstisch angeboten wird, ergänzen das Angebot. Das Café soll Bindeglied zwischen dem Stadtteil und dem neuen Pflegeheim sein.

Dezentral und wohnortsnah

Bereits seit der Fortschreibung des Pflegebedarfsplans im Jahr 2010 und seit der Verabschiedung einer städtebaulichen und sozialplanerischen Konzeption im Jahr darauf achtet Esslingen beim Bau von Pflegeeinrichtungen darauf, dass diese dezentral gebaut werden und somit für pflegebedürftige Menschen eine wohnortnahe Versorgung ermöglichen. An der Seracher Straße sollen also vor allem Menschen aus Hohenkreuz und den benachbarten Stadtteilen eine neue, behütete Heimat finden.

Bevor dieses Ziel umgesetzt werden konnte, musste die Stadt, so erzählte Jürgen Zieger bei der Eröffnung, allerdings viel Geduld und Verhandlungsgeschick investieren, um alle Vorschriften und sich zum Teil widersprechende Auflagen zu erfüllen. Zu berücksichtigen waren Vorgaben des Bebauungsplans, der Landesheimbauverordnung, des Baurechts, des Brandschutzes, des Gesundheitsamts, der Feuerwehr, des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamts, der Gewerbeaufsicht, aber auch Sonderbestimmungen der Heimaufsichtsbehörde und Vorgaben der Pflegeversicherung. Die Unzuverlässigkeit mancher Baufirma, fügte Ingo Naujoks hinzu, habe ein Übriges getan. Jürgen Zieger: „Für mich grenzt es an ein Wunder, dass wir heute ein Heim eröffnen und neue Ideen in der Pflege und Betreuung umsetzen können.“

Leben wie in einer Großfamilie

Alle Einzelzimmer sind mit einem rollstuhlgerechten Bad mit Dusche, Toilette und Waschbecken ausgestattet. Die Standardzimmer sind 22,6 Meter groß, kleine Pflegeappartements haben 32 Quadratmeter Grundfläche. Großzügige Wohnküchen in jeder Hausgemeinschaft runden das Angebot ab. Alle Speisen werden vor Ort zubereitet. Auch bei Pflegebedürftigkeit bleibe es das Ziel, den Betroffenen ein Leben wie in einer Großfamilie zu ermöglichen. Die Tagespflege wiederum soll der Entlastung pflegender Angehöriger dienen. Wegen eines Wasserschadens kann sie allerdings erst in einigen Wochen eröffnet werden.

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