Esslingen Bebauung des Busbahnhofs verzögert sich

Von Kai Holoch 

So soll der Neubau an der Berliner Straße aussehen, in dem auch ein 160-Betten-Hotel Platz finden soll. Bis es soweit ist, wird es noch eine ganze Weile dauern. Foto: Wittfoht Architekten
So soll der Neubau an der Berliner Straße aussehen, in dem auch ein 160-Betten-Hotel Platz finden soll. Bis es soweit ist, wird es noch eine ganze Weile dauern. Foto: Wittfoht Architekten

Der Investor, die Dietz AG, weist Spekulationen über neue Pläne für die Nutzung des Gebäudes zurück. Allerdings müsse man „die innere Struktur abwandeln“.

Esslingen - Anfangs konnte es allen Beteiligten nicht schnell genug gehen. Im Hauruckverfahren hatte die Esslinger Stadtverwaltung im Herbst 2015 versucht, das Gelände des alten Zentralen Omnibusbahnhofs an die Bensheimer Dietz AG zu verkaufen – und musste vom Gemeinderat zunächst kräftig gebremst werden.

Doch jetzt sind die Pläne zur Überbauung des alten Zentralen Omnisbusbahnhofs (ZOB) offenbar ein wenig ins Stocken geraten. Bei der Präsentation des Wettbewerbssiegers im Oktober 2016 hatte Markus Engelmann, einer der Dietz-Vorstände, noch angekündigt, dass die Bagger im Herbst 2017 anrollen würden, und dass der Gesamtkomplex 18 Monate später, im Frühjahr 2019, eröffnet werden solle.

Doch jetzt hält sich Engelmann mit konkreten Zeitangaben zurück. Mindestens ein Jahr werde es noch dauern, bis das notwendige Bebauungsplanverfahren abgeschlossen sei. Im Frühjahr 2018 könne deshalb frühestens mit dem Bau begonnen werden. Momentan befinde man sich in einer Phase, in der die Planungen konkretisiert werden. Das sei ein ganz normaler Vorgang. Markus Engelmann: „Aufgrund der Ergebnisse des Wettbewerbs müssen wir die innere Struktur etwas abwandeln.“

Die Gerüchteküche brodelt

Dieser Satz lässt Raum für Spekulationen. Zuletzt hatte es in Esslingen Gerüchte gegeben, dass sich die in einem – noch nicht unterzeichneten – städtebaulichen Vertrag fixierten Vorgaben möglicherweise so nicht umsetzen lassen. In dem Haus sollen, so sieht es der Vertrag vor, ein erweiterter Rewe-Markt, ein gastronomischer Betrieb, ein Fitnesscenter, die neue Esslinger Mobilitätszentrale, rund zehn Wohnungen und vor allem ein 160-Betten-Hotel der Intercity-Gruppe untergebracht werden. Vermutet wurde, dass sich der wirtschaftliche Betrieb eines solchen Hotels in dem vorgegebenen Raumvolumen nicht darstellen lasse.

Diese Spekulation weist Markus Engelmann energisch zurück: „Das stimmt nicht. Die Größe des Hauses passt. Zudem haben wir laufende Verträge.“ Auch den Vorwurf, dass seit der Präsentation des Wettbewerbsergebnisses nicht viel passiert sei, findet er unbegründet. In der kommenden Woche habe die Dietz AG ein Gespräch mit der Esslinger Rathausspitze vereinbart. Dort werde man das weitere Vorgehen abstimmen.

Ohne öffentliche Ausschreibung das Gelände verkauft

Das neue Gebäude soll direkt gegenüber vom Einkaufszentrum Das Es entstehen und, so sieht es der preisgekrönte Entwurf des Architekturbüros Wittfoht vor, dem Bahnhofsvorplatz nach Nordwesten hin eine klare Raumkante geben. Geplant ist eine Klinkerfassade, die sich stilistisch an die Gründerzeit-Architektur anpasst. Das geplante Gebäude soll lediglich drei Meter Abstand zum Parkhaus am Bahnhof haben.

Das ist nur möglich, weil Dietz auch der Besitzer dieser Immobilie ist. Das war auch der Grund dafür, dass die Stadt ohne eine öffentliche Ausschreibung den ZOB an Dietz verkauft hat. Der Gemeinderat hatte zunächst sein Veto dagegen eingelegt, schließlich aber dem Verkauf zugestimmt – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die Vorgaben des städtebaulichen Vertrags eingehalten werden.

Lesen Sie jetzt