Lichterloh brannte der in rund 200 Gitterboxen gelagerte Elektroschrott vor einer Recyclingfirma in Altbach. Foto: 7aktuell

Die Polizei ermittelt, ob sechs in der Nacht zum Montag begangene Brandstiftungen in Altbach und Esslingen sowie eine weitere Brandserie von Anfang September in Zusammenhang stehen. Unter anderem wurde Elektroschrott vor einer Recyclingfirma angezündet.

Esslingen/Altbach - Eine regelrechte Serie von Bränden hat am Sonntagabend und in der Nacht zum Montag die Einsatzkräfte in Esslingen und in Altbach in Atem gehalten. Die Polizei geht davon aus, dass es Brandstifter waren, welche die Feuer gelegt haben. Der größte Einsatz war in Altbach auf dem Hof einer Verwertungsfirma in der Industriestraße notwendig. Dort waren kurz nach 1 Uhr rund 200 mit Elektroschrott gefüllte Gitterboxen in Flammen aufgegangen. Diese griffen auf eine angrenzende Überdachung und einen Radlader über, welche laut der Polizei komplett niederbrannten. Der Firma sei ein Sachschaden von insgesamt mehreren zehntausend Euro entstanden.

Fünf weitere Brandlegungen in einer Nacht

Während der Fahndungsmaßnahmen im Zusammenhang mit diesem Brand entdeckten Polizisten in der Straße Entennest in Altbach einen glimmenden Heuhaufen, der von der Feuerwehr gelöscht wurde. Auf einem Fußweg in der Verlängerung der Neckarstraße wurde zudem ein abgebrannter Mülleimer gefunden. Bereits am Sonntagabend war gegen 21 Uhr ein brennender Papierstapel in der Hauptstraße in Esslingen-Zell gemeldet worden. Den Ermittlungen zufolge waren offenbar brennende Gegenstände an einer Hauswand abgelegt worden, wodurch an der Fassade ein Schaden von 500 Euro entstand. Anwohner konnten die Flammen selbst löschen. Wenig später meldeten Passanten einen brennenden Mülleimer in der Unterführung des Bahnhofs in Zell, der von der Feuerwehr gelöscht wurde. Um 0.40 Uhr musste die Feuerwehr in die Mühlbergerstraße in Esslingen ausrücken, weil in einem Innenhof eine Gelbe Tonne brannte.

Der größte Brand wütete jedoch vor der Verwertungsfirma in Altbach. Meterhoch schlugen die Flammen aus den Gitterboxen mit dem Elektroschrott. Die Feuerwehr war eigenen Angaben zufolge gegen 1.10 Uhr zu dem Brand gerufen worden. Sie konnte das Übergreifen des Feuers auf ein Mehrfamilienhaus verhindern, das vorsorglich evakuiert wurde. 18 Menschen und einige Haustiere wurden in Sicherheit gebracht. Sie konnten nach Abschluss der bis in die frühen Morgenstunden dauernden Löscharbeiten größtenteils in ihre Wohnungen zurückkehren. Eine Wohnung sei indessen unbewohnbar. Durch die Hitze seien einige Fensterscheiben an dem Gebäude zerborsten. Zudem seien die Fassade und eine angrenzende Garage in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Höhe dieses Schadens ist noch nicht bekannt. Das Firmengebäude und eine Asylunterkunft in der unmittelbaren Nachbarschaft des Betriebs waren laut der Polizei nicht von dem Brand betroffen.

Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren

„Vom zeitlichen Ablauf her“ sei es durchaus möglich, dass die Brandlegungen zusammenhängen, sagte eine Sprecherin der Polizei auf Anfrage. Die Ermittlungen dauerten an. Zudem würden alle Fälle von Brandstiftungen der jüngsten Vergangenheit herangezogen und es werde geprüft, ob sie im Zusammenhang mit den aktuellen Taten stünden. Darunter auch eine Brandserie, bei der in der Nacht zum 6. September unter anderem ein Müllcontainer vor der Esslinger Arbeitsagentur in der Plochinger Straße entzündet worden war. Die Flammen beschädigten die Fassade des Gebäudes. Die Polizei bittet unter der Telefonnummer 07 11/3 99 00 um Zeugenhinweise zu der jüngsten Brandserie.

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