Das Glockengestühl der Frauenkirche Foto: Horst Rudel

Zum Tag des Denkmals meldet sich ein prominenter Esslinger zurück. Dulk wird Teil einer Lichtinstallation

Esslingen - Viel Fantasie haben die Organisatoren für den Tag des offenen Denkmals am 11. September bewiesen. Diesmal werden halb vergessene Esslinger in das Stadtbild gerückt, und diesen Satz darf man wörtlich nehmen. Der Künstler Igor Strohmajer hat eine Lichtinstallation geschaffen, in der der Dramatiker, Philosoph und Tausendsassa Albert Dulk geehrt wird. Von der Hochwacht werden von 20 bis 22 Uhr Dulk-Zitate in die Stadt gemorst.

Wer sich lieber mit dem Sport als mit der literarischen Telegrafie beschäftigt, kommt auch auf seine Kosten. Denn der Sportverein TV RSK hat herausgefunden, was London und Esslingen vereint. Dort gibt es die Pall Mall, hier die Maille. In beiden Metropolen ist das französische Spiel Paille Maille Namensgeber, das auf breiten Straßen oder Parkanlagen gespielt wurde. Legitimer Nachfolger des damaligen Spiels ist das heutige Golf Kroquet. Jedermann kann um 13.30 Uhr und um 15 Uhr zum Schläger greifen und Bälle durch verschiedene Tore hämmern. Diese hölzernen Hämmer nennt man übrigens Maillets – vom lateinischen malleus, der Hammer – und genau genommen sind also diese Hämmer die Namensgeber der Esslinger Maille.

Esslingen hat eine Menge Highlights zu bieten, und deren Besichtigung zieht seit Jahren Massen von Menschen an. Dazu zählen die Altstadtführungen, der Besuch des Frauenkirchenturms oder des Lapidariums unter den Bögen der Pliensaubrücke. Der Esslinger Oberbürgermeister Jürgen Zieger betonte in einer Pressekonferenz am Freitag, der Tag sei „wie für Esslingen gemacht.“ Die Stadt verfüge über rund 800 Baudenkmäler und nur wenn die Menschen mit den Denkmälern lebten, würde es gelingen, sie zu erhalten. Andreas Panter, der Denkmalbeauftragte der Stadt, zitierte das Motte der Denkmalstiftung: Eine Erhaltung gelinge nur, wenn alle an einem Strang zögen.

Christine Keinath und Peter Dietl sind für das Programm zuständig. Sie haben 55 Veranstaltungen organisiert. Dazu zählen sechs Stadtrundgänge, 23 Objektrundgänge, eine Kinderführung, eine Blindenführung, ein Expertengespräch, sechs Veranstaltungen beim Landesamt für Denkmalpflege und 17 weitere Angebote. Rund 15 Vereine sind bei der Veranstaltung dabei, und einer der wichtigsten Partner sind die evangelischen Kirchengemeinden, die mit etwa 200 Beteiligten helfen, den Tag zu bestreiten. Schließlich sind die mittelalterlichen Kirchen der Stadt stets die Publikumsmagnete gewesen. Die Gelegenheit nutzen wollen die Kirchengemeinden, um über die Zukunft der Frauenkirche zu beraten, der die Gläubigen ausgehen. Die Diskussion ist am Freitag, 9. September, um 19 Uhr in der Kirche.

Überhaupt tragen in diesem Jahr die Esslinger Vereine die Hauptlast des Denkmaltages. Das Ehrenamt wird für die Stadt wichtiger, vor allem weil der Gemeinderat das städtische Budget für den Denkmaltag fast um die Hälfte von 37 000 auf 20 000 Euro gekürzt hat.

Jürgen Zieger wird den Tag des offenen Denkmals am 11. September um 11 Uhr auf dem Marktplatz eröffnen. Nur für acht der 23 Führungen braucht es eine Voranmeldung. Die Karten dafür gibt es am Denkmaltag von 10 Uhr an in der Geschäftsstelle des Stadtmarketings am Marktplatz im Späthschen Haus. Das ausführliche Programm liegt bei der Stadtmarketing und in den Bürgerbüros von Esslingen aus.