André Sirocks und Mandy Frey mit ihrem „Mädchen & Jungs Kaffee“ Foto: Holowiecki

Zwei Geschäftsleute aus Filderstadt-Bonlanden haben jahrelang miesen Kaffee getrunken. Jetzt vertreiben sie ihren eigenen Bohnen. Röstereien mussten sich dafür bewerben.

Bonlanden - Erst mal einen Kaffee. Das Mahlwerk der Maschine surrt, der intensive Duft erfüllt den Besprechungsraum im Gewerbegebiet in Bonlanden. Mandy Frey und ihr Geschäftspartner André Sirocks laufen sich hier, am Kaffeevollautomaten, mehrfach am Tag über den Weg. Das schwarze Heißgetränk gehört für sie zum Arbeitsalltag dazu. Seit 20 Jahren betreiben die Dresdnerin und der Berliner ihre Finanzdienstleistungsfirma Abkon, außerdem gibt es ein Tochterunternehmen, das sich auf den Bereich Messen und Veranstaltungen spezialisiert hat. „Wir haben seit vier Jahren einen eigenen Kaffeestand“, erklärt André Sirocks. Und seit diesem Dezember auch einen eigenen Kaffee.

Neuerdings vertreibt das Duo von Filderstadt aus seine Espressobohnen der Marke „Mädchen & Jungs Kaffee“. Und dies aus zwei Gründen. Zum einen wollte man unabhängig werden vom Handel. „Der Ansatz eines Unternehmers ist, selbst kreativ zu werden“, sagt André Sirocks. Mandy Frey fügt hinzu: „Im Vertrieb trinkt man viel Kaffee, da laufen einem viele Plörren über den Weg.“ Sprich: Es sollte schmecken, und zwar nicht so bitter, dafür nussig und schokoladig. Ihre Wünsche gaben sie an zehn deutsche Röstereien weiter, die bewarben sich mit Proben. „Wir haben hier eine Verkostungsrunde gemacht“, sagt André Sirocks und zeigt auf den Holztisch im Besprechungsraum.

Die Kaffeebohnen sind bio

Das Rennen gemacht hat eine Berliner Rösterei. Die verpackt den „Mädchen & Jungs Kaffee“ – eine Mischung aus Bio-Bohnen aus Mexiko, Peru und Kolumbien sowie Indien – vor Ort in die richtigen Tütchen, dann geht’s ins Lager nach Stetten und von dort an die Kunden. In der Vorweihnachtszeit ist der Online-Shop gestartet. Dort sind aktuell Espressobohnen in einer schwarz-weißen Verpackung „ohne Schnickschnack“, so Frey, erhältlich, zudem Tassen und Thermosflaschen. Im Februar sollen Kaffeebohnen dazukommen. „Die Röstmaschinen laufen schon heiß“, sagt Sirocks. Nach seiner Aussage soll die Marke „Mädchen & Jungs“ langsam weiterentwickelt werden, aber „wir wollen keinen Mega-Bauchladen haben“.

Nach dem ersten Monat sprechen beide Gründer von einem guten Feedback der Kunden. Man sei vielversprechend gestartet, vor allem das Thema Regionalität komme an. Mit der Bäckerei Kurfess in Plattenhardt hat die Firma bereits den ersten Partner gefunden. Dort ist der Espresso erhältlich. Weitere Kooperationen mit dem örtlichen Handel sind geplant.

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