Besucher des Residenzschlosses in Ludwigsburg können ab sofort bei dem interaktiven Erlebnis „Kriminalakte 1737“ auf besondere Weise in die Geschichte des Schlosses eintauchen.
Waren es die Hofkünstler oder doch die Parlamentsmitglieder? Welche Motive könnten sie für den Mord gehabt haben? Oder wurde Herzog Karl Alexander von Württemberg doch nicht gewaltsam aus dem Leben gerissen? Fragen wie diese beschäftigen künftig jene Besucher des Ludwigsburger Residenzschlosses, die sich bei dem neuen interaktiven Format „Kriminalakte 1737“ per Indizienjagd auf eine spannende Rätselreise begeben.
Angebot für junge Erwachsene wurde gesucht
Das neue Angebot lädt Personen ab 16 Jahren dazu ein, sich über vier Räume hinweg mit der Schlossgeschichte und der Vergangenheit jenes Regenten zu beschäftigen, der einst die Nachfolge von Herzog Eberhard Ludwig antrat – und nach nur dreieinhalb Jahren Amtszeit plötzlich verstarb.
„Das Ludwigsburger Residenzschloss atmet 300 Jahre Geschichte und bringt unterschiedliche Epochen zusammen“, so Patricia Alberth, Geschäftsführerin der Staatlichen Schlösser und Gärten (SSG) bei der Vorstellung des neuen Angebots. „Wir müssen mutig neue Narrative entwickeln, um verschiedenen Besuchergruppen die Räume der Residenz und ihre Vergangenheit zu öffnen.“ Sie sei daher nicht allein stolz auf die Angebotsvielfalt im Schloss, wie etwa Kostümführungen, Rundgänge für Kinder, barrierefreie Angebote oder nächtliche Führungen. Explizit stolz ist Alberth auch auf das Ludwigsburg-Team der Schlossverwaltung.
Die kreativen Mitarbeitenden hätten ein feines Gespür für Trends und Alltagsrealitäten und seien immer bereit, eine Extrameile zu gehen, so das Lob von Alberth: „Sie brennen dafür, Altes zu bewahren und neue Wege zu gehen.“ Diesen Worten schloss sich der „Kriminalakte 1737“-Projektleiter Florian Indenbirken an, der sich ebenfalls stark dafür gemacht hatte, ein Format zu finden, das gerade auch junge Erwachsene anspricht.
Ein erster Spielversuch im Rahmen einer Pressekonferenz machte deutlich, dass das Vorhaben durchaus gelingen könnte. Das Spiel „Kriminalakte 1737“ ist im Stil eines Escape-Rooms gehalten, wobei eine Gruppe von maximal 15 Spielern vorgegebene Rätsel löst und dabei zu Detektiven wird. Auch die Finanzstaatssekretärin Gisela Splett (Grüne) zeigte sich beeindruckt darüber, „wie vielfältig, modern und unterhaltsam Kulturvermittlung sein kann“.
Vier Räume des Schlosses wurden umgestaltet
Vier Räume im Attikageschoss wurden umgestaltet, in denen die Besucher den diversen Hinweisen nachgehen können. Sie bilden gemeinsam ein Appartement, deren Türen in einer Linie verlaufen. In den nächsten Raum kommen aber nur diejenigen, denen es gelingt, den Schlüssel für die Tür zu finden. Hierfür müssen knifflige Aufgaben gelöst werden. Das Spiel- und Lernvergnügen dauert rund 90 Minuten.
Anders als sonst im Schloss gewohnt, dürfen die Teilnehmenden dabei auch das Mobiliar anfassen. „Das sind freilich keine 300 Jahre alten Möbel und es sind auch nicht die originalen Privatgemächer des Herzogs. Sonst aber orientiert sich das Spiel klar an der Wahrheit und den Gegebenheiten“, betonte Florian Indenbirken. „Alles wissenschaftlich belegt!“