Jens Spahn bei der Vorstellung des digitalen Imfpnachweises. Foto: imago images/photothek

Der Weg für den digitalen Impfnachweis ist frei: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat am 10. Juni die neue CovPass-App vorgestellt.

Der digitale Impfnachweis kann künftig das bekannte gelbe Heftchen ersetzen. Auf einer Pressekonferenz hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41) die neue CovPass-App vorgestellt. Nutzer sollen bald den herkömmlichen Impfpass zuhause lassen und dann über CovPass oder die bekannte Corona-Warn-App per Smartphone nachweisen können, dass sie vollständig geimpft sind. Spahn versichert aber auch, dass niemand gezwungen ist, die digitale Alternative zu nutzen, das Impfheftchen bleibe gültig.

Ein "zufriedener Bundesminister"

"Sie sehen einen zufriedenen Bundesminister für Gesundheit", eröffnete Spahn die Konferenz. Der Verlauf der Pandemie sei positiv, was er an drei "Is" festmache. Die Infektionszahlen sinken deutlich, die mit Covid-19-Patienten belegten Betten auf Intensivstationen leeren sich und die Impfzahlen steigen. Rund 47 Prozent (39 Millionen) der Deutschen haben laut Angaben des Bundesgesundheitsministers bisher mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Knapp 24 Prozent (19,8 Millionen) sind demnach komplett durchgeimpft. Für Spahn eine "sehr ermutigende Entwicklung". Man könne wieder "mehr Freiheit, mehr Normalität wagen" - und dabei soll eben auch der digitale Impfnachweis helfen.

Ende Mai sei ein Feldtest des CovPass gestartet worden. "In dieser Woche" solle das System hinter dem digitalen Impfnachweis nun ausgerollt werden. Laut Spahn werden sich Apotheken, Arztpraxen und Impfzentren "Schritt für Schritt" anschließen: "Es geht jetzt los [...] Nicht alle sind heute oder morgen schon angeschlossen [...] Die ersten sind auch schon dabei." Bis Ende Juni solle der CovPass für alle, die sich impfen lassen möchten oder bereits geimpft sind, zur Verfügung stehen. Die neue CovPass-App soll dann in den kommenden Stunden zum kostenlosen Download zur Verfügung stehen.

Die Corona-Warn-App, in der Spahn selbst das Angebot nutzen wolle, wurde zudem um eine entsprechende Funktion für den digitalen Impfnachweis ergänzt. Ziel des Ministers sei es, dass das Impfzertifikat auf diesem Wege auch im Ausland - etwa in Amsterdam, auf Mallorca oder in Helsinki - genutzt werden könne. Vor den Sommerferien soll eine europäische Lösung folgen.

Wie funktioniert die App?

Nach dem Download im Google Play Store oder dem App Store können Android- und iPhone-Nutzer einen QR-Code von einem Zertifikat einlesen, das sie bei der Impfung erhalten. Bereits durchgeimpfte Bürgerinnen und Bürger können ab dem 14. Juni den Nachweis auch in einer teilnehmenden Apotheke anfordern, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) kürzlich bereits bestätigt hat.

Die ersten Bundesländer seien laut Spahn zudem dabei, die Zertifikate in den kommenden Tagen und Wochen postalisch an bereits Geimpfte zu versenden. Wer noch vollständig geimpft werden muss, bekommt das Zertifikat auch vom Arzt oder dem Zentrum. Weil der volle Corona-Impfschutz erst 14 Tage nach der letzten Impfung erreicht ist, kann der QR-Code aber auch erst ab dem 15. Tag nach dem letzten Piks als Nachweis für eine vollständige Impfung genutzt werden.

Für die Erstellung des Zertifikats werden alle notwendigen Daten - dazu zählen Impfdatum, Impfstatus, Name, Geburtsdatum und weitere Angaben - einmalig an das RKI gesandt, um diese zu signieren. Danach werden die Angaben wieder gelöscht und nur auf dem Smartphone des Nutzers gespeichert. Ist der QR-Code einmal per entsprechender App eingescannt, kann er später etwa bei Aufforderung in Restaurants oder im Einzelhandel vorgezeigt und vom Gegenüber ausgelesen werden. Dabei gibt dieser aber nur Auskunft über Name, Vorname, Geburtsdatum und Impfstatus.

Um gegen einen möglichen Betrug vorzugehen, muss der Nutzer beim Vorzeigen zudem seine Identität nachweisen können - etwa über einen Personalausweis. Die App, die ab iOS 12 und Android 6 unterstützt wird, kann jederzeit gelöscht werden. Die gespeicherten Informationen werden daraufhin vom Smartphone entfernt, versichert das RKI.

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