Kultusministerin Susanne Eisenmann sucht das Gespräch mit den Eltern. Foto: dpa

Was müssen Eltern tun, was ist die Aufgabe der Schule? Mitunter ist das Rollenverständnis zwischen Eltern und Lehrern unklar, bedauern Ministerin und Elternvertreter. Stolperstein scheint die Kommunikation zu sein.

Stuttgart - Viele Eltern fühlen sich von der Schule zu wenig informiert. Das führt teilweise zu hilflosen oder überzogenen Reaktionen, die das Schulklima zerstören können, sagt Elke Picker, langjährige Vorsitzende der Elternstiftung und des Landeselternbeirats Baden-Württemberg, im Interview mit unserer Zeitung. „Die Kommunikation mit den Lehrern wird von beiden Seiten nicht gepflegt“, kritisiert Picker. „Es gibt an den Schulen keine Strategien, wie Lehrer mit Eltern umgehen sollen“, sagt die Tübingerin und fordert: „Das sollte in der Aus- und Fortbildung geübt werden.“

Auch Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU), sieht „einige Stolpersteine“ in der Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus. Mitunter sei die Rollenverteilung „nicht ganz klar“. Unserer Zeitung sagte Eisenmann: „Eltern sollten nicht mit Bildungsfragen und die Lehrkräfte nicht mit Erziehungsfragen überfrachtet werden.“

Streben nach mehr Dialog

Die Ministerin war kürzlich angeeckt, weil sie bemängelt hatte, Eltern würden ihren Erziehungsauftrag nicht ernst genug nehmen. Eisenmann plant im kommenden Jahr einen Fachkongress zum Rollenverständnis von Lehrern und Eltern. Dem gehen Veranstaltungen mit Eltern in Karlsruhe (Juli) und Stuttgart (Oktober) unter dem Titel „Elternabend“ voraus. „Ich nehme diesen Dialog und das Thema Erziehungspartnerschaft sehr ernst“, betont Eisenmann gegenüber unserer Zeitung.

Da sind sich die Grünen mit Eisenmann einig. „Die Erziehung unserer Kinder darf nicht einseitig erfolgen. Es gilt, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen“, sagt die Bildungspolitikerin Sandra Boser. Dafür sei „ein guter Dialog“ zwischen Eltern und Schule nötig. Sie plädiert für Coachinggespräche mit allen Beteiligten. Der Aufbau von multiprofessionellen Teams aus Sozialarbeitern, Erziehern und Psychologen könne wichtige Unterstützung bieten.

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