Per CD wird Kinderpornografie wohl kaum noch verbreitet, eher per Mausklick. Foto: picture alliance / dpa/Peter Förster

Grundsätze der Erziehung ändern sich auch im Online-Zeitalter nicht, kommentiert unsere Redakteurin Annika Grah.

Stuttgart - Was haben Eltern heute für eine Verantwortung! Neben der wirklichen Welt müssen sie ihre Kinder auf dem Weg ins Leben auch durch den digitalen Dschungel führen. Eine sichere Mediennutzung ist heutzutage ebenso wichtig, wie das Zurechtfinden im Straßenverkehr. Allerdings mit der Schwierigkeit, dass sich die neuen Medien stetig verändern und nicht alles sichtbar ist, was der Sprössling mit dem Smartphone oder Laptop gerade so treibt.

Deshalb müssen Eltern genau hinsehen – das hat die ähnlich lautende Initiative des Bundesfamilienministeriums und der öffentlich-rechtlichen Sender richtig erkannt. Sie dürfen sich im Zweifelsfall nicht scheuen, sich mit unbekannten Medien auseinanderzusetzen oder mit unangenehmen Themen – wie Pornografie. Das ist anstrengend. Aber das bringt das Eltern-Sein nun einmal mit sich.

Denn es geht auch um Grundsätzliches: Wenn sich Themen des sozialen Zusammenlebens wie Liebe und Freundschaft, aber auch Mobbing in soziale Netzwerke verlagern, müssen Eltern ihren Kindern klarmachen, dass ihr digitales Handeln ganz reale Folgen haben kann. Ein kleiner Post oder ein schnell getippter Kommentar hinterlässt unter Umständen tiefere Spuren als ein Streit auf dem Schulhof.

Und auch im Netz gibt es rote Linien. Wenn Jugendliche wie im aktuellen Fall kinderpornografische Videos verbreiten, die schwere sexuelle Gewalt bis hin zur Vergewaltigung zeigen, dann ist das strafbar. Wer brutale Gewalt gegen Schwächere mit „lustigen“ Kommentaren und Emojis versieht, dessen moralischer Kompass zeigt eindeutig in die falsche Richtung. Und Aufgabe der Eltern ist es immer noch, ihre Kinder in dieser Hinsicht richtig einzunorden.

annika.grah@stuttgarter-nachrichten.de

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