Immer noch verdienen viel zu wenige angehende Erzieherinnen während der Ausbildung Geld. Foto: dpa

Die freien Träger haben den Anteil der bezahlten Ausbildungsplätze für Erzieherinnen um 30 Prozent gesteigert. Nun fordern sie die Stadt zu Zugeständnissen heraus.

Stuttgart - Die Praxisintegrierte Ausbildung (Pia) bei Erzieherinnen ist ein Erfolgsmodell. Weil bei dieser dualen Ausbildung von Anfang an ein Azubi-Gehaltgezahlt wird, finden die Kita-Träger mehr Interessierte als zuvor. Die Unzufriedenheit bei den kirchlichen Trägern bleibt.

„Wir haben darauf gesetzt, dass die Stadt diese Pia-Stellen nicht auf den regulären Stellenschlüssel anrechnet, jetzt bleibt sie aber dabei, sie mit 25 Prozent anzurechnen“, kritisierte der Wangener Pfarrer Joachim Wolfer in einer Pressemitteilung des Evangelischen Kirchenkreises. Für die kirchlichen Träger bedeutet das in der Praxis, „dass eine der fertig ausgebildeten pädagogischen Fachkräfte von 100 auf 75 Prozent reduzieren muss, da sonst der geförderte Stellenschlüssel überschritten ist“. Dies sei kaum umsetzbar, so Jörg Schulze Gronemeyer von der Evangelischen Kirche.

Pia-Ausbildungsplätze um 68 Prozent ausgebaut

Die Entwicklung der Pia-Ausbildungsverhältnisse ist eine Erfolgsgeschichte. Im September 2016 gab es bei Kirchen und freien Trägern insgesamt 197 Pia-Plätze, im Jahr 2017 waren es schon 331 und im kommenden Herbst werden es 346 sein – ein Ausbau um 68 Prozent. „Damit ist der geforderte Steigerungsanteil von 30 Prozent erreicht“, so das Referat Jugend und Bildung.

Am Montag soll die Erhebung dem Jugendhilfeausschuss vorgelegt werden. Der Steigerungsanteil von 30 Prozent war Voraussetzung für Zuschüsse, die vom Gemeinderat im April und Dezember 2017 beschlossen worden sind. Die freien Träger bekommen seit 1. Januar 2018 pro Pia-Azubi eine Pauschale in Höhe von 150 Euro pro Monat. „Die Anleitungspauschale leistet einen nicht unwesentlichen Beitrag, um der Herausforderung des Fachkräftemangels entgegenzutreten“, so Bürgermeisterin Isabel Fezer. Schulze-Gronemeyer: „Wir appellieren nochmals an die Stadt, die Förderbedingungen schnellstmöglich zu verändern. Dann können wir im September über die 34 bestehenden Pia-Stellen hinaus weitere 30 schaffen.“ Die Katholische Kirche hat ihre Pia-Stellen von 45 auf 60 erhöht.

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