Der Entwurf von David Chipperfield Architects Foto: David Chipperfield Architects

Das Carmen Würth Forum in Künzelsau-Gaisbach eröffnet am 28. Juni seinen zweiten Bauabschnitt. Der von David Chipperfield Architects geplante Erweiterungsbau beherbergt ein Kunstmuseum und Konferenzräume.

Künzelsau - Ende Juni ist Eröffnung: Der neue Erweiterungsbau des Kultur- und Kongresszentrums Carmen Würth Forum in Künzelsau beherbergt ein Kunstmuseum sowie einen Konferenzbereich und soll „ganz dem Dialog von Wirtschaft und Kultur“ gewidmet sein, wie das Unternehmen Würth mitteilt; rund 39 Millionen Euro seien in den 5500 Quadratmeter großen Ausbau investiert worden.

Der Neubau wurde nach dem Entwurf von David Chipperfield Architects gebaut. Der britische Architekt, der Büros in London, Berlin, Mailand und Shanghai betreibt, hatte zuletzt mit der gefeierten James-Simon-Galerie auf der Berliner Museumsinsel Aufmerksamkeit erregt; auch das 2006 eröffnete Literaturmuseum der Moderne im Marbach entstand nach seinen Plänen.

Zusammenspiel von Landschaft, Kunst und Architektur

Das Museum Würth 2 ist als länglicher Riegel dem gläsernen Kubus des 2017 eröffneten, ebenfalls von David Chipperfield Architects geplanten Kultur- und Kongresszentrums vorangestellt. Das Museum mit seinen fünf Meter hohen, überwiegend mit Tageslicht ausgestatteten Räume soll einen kontemplativen Kontrapunkt zum Event-Bereich darstellen, so David Chipperfield Architects.

Ein am Ende der Haupthalle liegender Querraum, das sogenannte Belvedere, ist zur Südostseite verglast. Er öffnet sich zum Parkgelände mit den dort postierten Skulpturen hin und soll dazu einladen, „das Zusammenspiel aus Hohenloher Landschaft, Kunst und Architektur zu genießen“. Die architektonische Verbindung zwischen Kongress- und Museumsbau im Carmen Würth Forum bildet ein Innenhof, um den ein Kunstshop und ein Café gruppiert sind.

Schlüsselwerke der Moderne

Im Museums-Neubau sollen die Schlüsselwerke der klassischen Moderne und Gegenwartskunst der mehr als 18 300 Werke umfassenden Unternehmenssammlung von Reinhold Würth präsentiert werden. Rund 150 Arbeiten von Künstlern wie Georg Baselitz, Max Beckmann, Max Ernst, David Hockney, Anish Kapoor, Ernst Ludwig Kirchner, Pablo Picasso und Gerhard Richter dokumentieren in der Ausstellung „Weitblick. Reinhold Würth und seine Kunst“ die persönliche Sicht des Unternehmers und Kunstsammlers auf die Entwicklungen der Kunst vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Für Würth, der im April seinen 85. Geburtstag beging, gehören Kunst und Kultur untrennbar zum Unternehmen. Es sei ihm ein Anliegen gewesen, „diesen wichtigen Sammlungsbereich ebendort anzusiedeln, wo unternehmerisch alles für ihn begann“, heißt es in der Mitteilung.

Ab Sonntag, 28. Juni, ist das neue Haus für das Publikum geöffnet. Das Museum Würth 2 wird täglich von 11 bis 19 Uhr bei freiem Eintritt und unter Maßgabe der üblichen Hygiene- und Abstandsregelungen geöffnet sein. Auch der neue ebenerdige Konferenzbereich mit elf kombinierbaren Tagungsräumen für bis zu 700 Personen wird ab Juli in Betrieb genommen.

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