Eine schlechte Nachricht für Veganer: Alexander Körle und Thomas Adam werden ihr Restaurant in Stuttgart-Feuerbach Ende des Jahres schließen. Dabei ist es fast immer ausgebucht. Doch das ständig „volle Haus“ macht den beiden „ganz schön zu schaffen“.
Mit dem Gedanken haben Alexander Körle und Thomas Adam schon länger gespielt, nun machen sie es offiziell: „Wir haben beschlossen, Ende des Jahres neue Wege zu gehen und das Restaurant zu schließen“, verkündeten sie am Sonntag auf ihrer Homepage. Mit Körle und Adam verliert Stuttgart sein erstes veganes Speiselokal. Der Grund sind nicht schlecht laufende Geschäfte, sondern genau das Gegenteil. Weil ihr Haus praktisch immer voll ist, sei ihnen die Entscheidung auch nicht leicht gefallen, heißt es in ihrer Erklärung. „Doch macht uns die viele Arbeit und der damit verbundene Stress mittlerweile ganz schön zu schaffen“, schreiben sie weiter.
Erst vegetarisch, dann auf vegan umgestellt
Vor elf Jahren stellten Alexander Körle und Thomas Adam ihre damals vegetarische Küche auf rein pflanzlich um. In Stuttgart waren sie die Pioniere, bis Katharina Bretsch 2015 ihr Super Jami eröffnete. Das Restaurant an der Feuerbacher-Tal-Straße betreiben die beiden bereits seit 24 Jahren. „ Es ist natürlich traurig“, sagt Thomas Adam, „unsere Gäste weinen alle.“ Aber früher oder später wäre Schluss gewesen, ergänzt er. Alexander Körle hatte immer gesagt, dass er mit 60 aufhören wolle, und dieses Jahr erreicht er dieses Alter. Sein Geschäftspartner Thomas Adam kam durch den Tod seiner Frau im vergangenen Jahr ins Grübeln. „Es kann schnell vorbei sein“, sagt er, und dass er mit 57 Jahren noch jung genug ist, um etwas Neues zu machen.
Während Alexander Körle sich „erst einmal ausruhen“ und danach möglicherweise nach Santiago de Compostela pilgern will, sieht Thomas Adam seine Zukunft im alternativen Gesundheitsbereich. Er hat sich nebenher zum Coach für ganzheitliche Selbsterkenntnis ausbilden lassen und bietet bereits Atemmeditation an. Ganz zur Ruhe setzen können sich die beiden nämlich nicht. Um mehr Geld zu verdienen, hätte ihr Restaurant größer sein müssen. Ihnen sei aber immer wichtiger gewesen, „selbst am Herd zu stehen und am Gast zu sein“. Doch von der Küche hat Thomas Adam nun genug.
Verwöhnen bis zum Schluss
Gemeinsam mit ihrem Vermieter hoffen die beiden, einen Nachfolger zu finden, der das Restaurant weiter führt. Statt darauf zu warten, setzten sie sich allerdings eine offizielle Deadline Ende 2024. „Es muss eine Tür zugemacht werden, bevor eine andere aufgeht“, sagt Thomas Adam. Die Zeit in Feuerbach sei schön und wertvoll für sie gewesen, betonen sie jedoch. Im Körle und Adam konnten sie den Feuerbachern internationale Gerichte nahe bringen, es seien viele Menschen aus vielen Ländern zu Gast gewesen und viele Freundschaften entstanden. Dafür seien sie sehr dankbar. „Wir werden Euch bis zum Schluss so verwöhnen, wie Ihr es von uns gewohnt seid“, versprechen Alexander Körle und Thomas Adam.