Das Topspiel zwischen Tübingen und Kornwestheim war vor allem ein physisches Duell. Foto: /Peter Mann

Die Kornwestheimer Cougars unterliegen mit 3:10 bei der „Defenseschlacht“ in Tübingen und ziehen daraus Schlüsse für das entscheidende Rückspiel.

Die Tabellenführung in der Landesliga Baden-Württemberg ist erst einmal weg. Der Glaube, in der Saison am Ende doch noch die Wende zum Guten zu schaffen ist aber immer noch da bei den American Footballern der Kornwestheim Cougars nach der 3:10-(00:07;00:00; 00:00: 03:07)- Niederlage bei den bislang ebenfalls noch ungeschlagenen Red Knights in Tübingen. „Wir müssen hier bei solch engen Spielen, den Gegner künftig mehr dazu zwingen, Fehler zumachen und die wenigen Chance auch nutzen, die sich in so einem Topspiel bieten“, sagte Headoach Andreas Geibel nach der Partie.

Ihm war klar, was sein Team in Tübingen erwarten würde zwischen den beiden Top-Teams der Liga, die sich dann auch nichts geschenkt haben. Die Kornwestheimer hatten in Tübingen mit mehreren Widrigkeiten zu kämpfen: Wegen starken Unwetters verzögerte sich der Beginn des Spiels und die Spieler mussten Ihre gewohnte Aufwärm- und Einspielroutine stark einschränken. Die Platzverhältnisse auf dem sandigen Kunstrasen waren entsprechend rutschig, so dass sich der gewohnt attraktive und schnelle Spielfluss der Cougars Offense nur ganz schwer entfalten konnte.

Zudem verletzte sich Mitte des dritten Quarters ein Tübinger Spieler bei einem Hit durch einen Kornwestheimer Abwehrspieler schwer und musste mit dem Rettungswagen abtransportiert werden. Auch diese Unterbrechung unterbrach den Spielfluss des ohnehin fahrigen Spiels.

Fehler wurden sofort bestraft

Es entwickelte sich das vorhergesagte hart umkämpfte Kopf-an-Kopf-Duell zwischen zwei Teams auf absoluter Augenhöhe. Die Defense der Cougars spielte nahezu fehlerfrei und ließ zunächst keine gegnerischen Punkte zu und zermürbte die gegnerische Offense eins um andere Mal.

Allerdings agierten die Tübinger nach derselben Taktik, so dass sich auch die Kornwestheim Offense nicht entfalten konnte. Die dominierenden Squats in der Partie waren also die Defense Reihen beider Formationen. Beide Defense Teams schickten die gegnerischen Angreifer über das gesamte Spiel jeweils nach einigen Versuchen vom Feld. „Es ist in der Sache logisch, dass die Mannschaft verlieren würde, die zuerst den entscheidenden Lapsus macht. Das waren heute leider wir“, analysierte Andreas Geibel.

Spielentscheidend waren letztlich zwei Missmatches der Cougars Offense, die die Tübinger Defense zum eigenen Vorteil nutzte: Mitte des ersten Quarters warf Kornwestheims Quarterback Carlos Verduzco unter Druck den Ball in die Arme eines Tübinger Cornerbacks, der diesen dann über 15 Yards in die Cougars Endzone trug. Die Red Knights nutzten auch den Point After Touchdown (PAT).

Kein attraktives Spiel für Zuschauer

Kurz vor Schluss erspielten sich die Tübinger nach einer nahezu ähnlichen Konstellation weitere Punkte: Die Cougars standen mit dem Angriff mit dem „Rücken an der Wand“ an der eigenen Endzone. Diesmal versuchte Jannik Lacic einen Befreiungskick, der jedoch von Tübingens Verteidigung nicht nur geblockt, sondern in der Kornwestheimer Endzone zum Touch Down verwertet werden konnte und damit quasi einem „Eigentor“ entspricht. Und auch hier waren die Gastgeber mit ihrem PAT erfolgreich.

Den Kornwestheimern gelang der Anschlusstreffer lediglich mit einem 20-Yards- Fieldgoal im letzten Quarter durch Jannik Lacic. Zuvor war die Cougars Offense selbst mehrfach in aussichtsreicher Feldposition ohne Punktgewinn knapp gescheitert und es blieb an Ende bei drei Punkten.

Alles in allem war es ein sehr hart geführtes, physisches Spiel, das besonders auf Tübinger Seite zu Ausfällen führte. Wegen der Defenselastigkeit, die wenig spektakuläre Spielzügen auf beiden Seiten zuließ, war es für die Zuschauer nicht unbedingt ein attraktives Spiel.

„Die Niederlage wäre vermeidbar gewesen, aber jetzt kommt es halt im Rückspiel drauf an, die Maßnahmen zur Verbesserung kontinuierlich einzuführen und die Umsetzung im Team einzufordern“, sagte der Headcoach der Cougars.

Der Druck liegt jetzt bei Tübingen

Jetzt gilt es für die Cougars vor dem Rückspiel gegen die Tübinger am 27. Juli – dem vermeintlichen Showdown um den ersten Platz und den damit verbundenen Aufstieg in die Oberliga – weiter konzentriert die Hausaufgaben zu machen in den kommenden drei Heimspielen gegen Gegner, die in der Tabelle deutlich hinter den Kornwestheimern rangieren und zu gewinnen.

„Klar ist aber auch, selbst wenn wir gewonnen hätten, hätten wir uns auch trotzdem keinen Lapsus in den weiteren Spielen erlauben können“, sagte Andreas Geibel, der mit seinem Trainerteam das Profil der Mannschaft weiter schärfen will, ehe es zum erneuten Duell gegen die Red Knights in fünf Wochen im eigenen Stadion in Kornwestheim kommen wird.

Die Punktedifferenz ist im direkten Vergleich für die Cougars noch gut zu drehen. „Der Druck, den wir bislang hatten, liegt jetzt ab sofort bei Tübingen“, so Geibel.