Das Theaterensemble und die Junge Bühne arbeiten erstmals zusammen. Für die Premiere habe sie einen besonderen Stoff gewählt.
Wer in Sindelfingen regelmäßig ins Theater geht, kommt an diesen Namen kaum vorbei: Sabine Duffner und Ingo Sika. Beide prägen sowohl auf als auch abseits der Bühne seit Jahrzehnten die Theaterlandschaft der Stadt – Duffner mit dem Theaterensemble Sindelfingen, Sika mit der Jungen Bühne Sindelfingen. Beide haben schon vielfach bei unterschiedlichen Projekten zusammengearbeitet, nun kommt es mit „8 Frauen“ erstmals zu einer Kooperation der beiden Ensembles. Premiere ist am Samstag.
„Die Idee entstand letztes Jahr im Rahmen der letzten Biennale“, erzählt Sabine Duffner. Hier hatte sie bei der von der Jungen Bühne inszenierten Rockoper „Die Schwarze Mühle“ als Sprecherin mitgewirkt. „Ingo und ich haben uns damals unterhalten und weil dieses Stück so männerlastig war, kamen wir auf die Idee, einmal ein reines Frauenstück zu machen“, erzählt sie.
Inszenierung orientiert sich an Filmversion
Nachdem man gemeinsam die eher limitierte Auswahl an geeigneten Vorlagen gesichtet habe, sei man bei dem französischen Bühnenklassiker „Acht Frauen“ von Robert Thomas gelandet – oder besser gesagt: bei François Ozons Kinoadaption „8 Frauen“. In dieser moderneren und kompakteren Filmversion aus dem Jahr 2002 vermischen sich Krimi-, Melodram- und Musical-Elemente zu einer aberwitzig-turbulenten Handlung. Die Geschichte spielt kurz vor Weihnachten in einem von der Außenwelt abgeschnittenen Landhaus. Der Herr des Hauses wird erstochen aufgefunden, die Verdächtigen sind acht Frauen – mit ihren Lebensträumen, seelischen Abgründen und Verletzungen.
Die Frauen können ihre Wünsche nicht ausleben
Die Sindelfinger Schaubühne – ein weiteres Traditionsensemble der Stadt – hatte das Stück zwar erst 2019 inszeniert. „Aber wir hatten alle Lust darauf und weil wir einen anderen Ansatz fahren, sahen wir da kein Problem“, erklärt Ingo Sika. Zum einen habe man massiv gekürzt und dafür einige Szenen aus dem Film übernommen, die es so in dem sehr langen und dialoglastigen Original nicht gab. Außerdem greift Sika die Idee von Kinoregisseur François Ozon auf und lässt die Frauen Musikstücke singen.
Allerdings habe man dafür neue Songs herausgesucht. Mit diesen Chansons und Liedern aus den letzten 100 Jahren wolle er den im Original nur sehr klischeehaft gezeichneten Frauenfiguren mehr Tiefe geben, erklärt der Regisseur. „Diese Frauen haben Wünsche und Träume, die sie in einer männerdominierten Welt nicht ausleben können“, sagt er. Außerdem mache Theater mit Musik immer Spaß, findet Sika.
„Riesenspaß“ für alle Beteiligten
Sabine Duffner zählte 1977 zu den Gründungsmitgliedern des von ihr geleiteten Theaterensembles. Ingo Sika war 2018 Mitbegründer der Jungen Bühne, mit der er als künstlerischer Vorstand seitdem zahlreiche mutige und unkonventionelle Produktionen inszeniert hat. „8 Frauen“ ist die erste Zusammenarbeit der beiden Theatertruppen. Vom Theaterensemble spielen Sabine Duffner, Sarah Kupke und Emmy Schütz-Plehn mit, von der Junge Bühne sind Natalie Ahmadi-Nia, Shazia Beckers, Sophie Hippchen, Julia Kadauke, Viviane Küting, Kirra Tiefenbacher und Barbara Sika, die Schwester des Regisseurs dabei.
„Das klappt prima“, sagt Sabine Duffner über das Zusammenspiel mit der Jungen Bühne. „Da sind ein paar sehr talentierte junge Damen dabei, es macht einen Riesenspaß mit denen zusammenzuarbeiten“, lobt sie. Völlig reibungslos verlaufe auch die Rollenaufteilung zwischen Sika und Duffner. „Es ist hilfreich, wenn ein Regisseur auch Schauspielerfahrung hat“, findet Duffner, und Sika berichtet vom respektvollen und kollegialen Umgang mit seiner langjährigen Bühnenkollegin.
Premiere ist an diesem Samstag, 14. September, im Theaterkeller. Weitere Aufführungstermine sind am 15., 18., 20., 21., 22. 25., 27., 28. und 29. September. Beginn ist jeweils um 20 Uhr, sonntags um 18 Uhr. Kartenvorverkauf beim Sindelfinger i-Punkt unter Telefonnummer 0 70 31 / 9 43 25.