Drohnen des Leonberger Bevölkerungsschutzes: Auch bei der Überlandhilfe gefragt Foto: Leonberg

Geschichten des Jahres aus Leonberg und Umgebung: Im Sommer ist die Drohneneinheit des Leonberger Bevölkerungsschutzes vorgestellt worden. Sie hat zahlreiche Einsätze absolviert.

Ein Jahr lang hat die Ausbildung gedauert – inzwischen sind rund 20 Personen aus dem Kreis der Warmbronner Feuerwehr Teil der neuen Drohneneinheit des Bevölkerungsschutzes der Stadt Leonberg. Im Sommer ist sie vorgestellt worden, in der Zwischenzeit hat sie neun Einsätze absolviert. Zweimal davon wurde sie zur Überlandhilfe angefordert.

 

Nach den ersten Monaten im aktiven Einsatzbetrieb ziehe man „eine durchweg positive Zwischenbilanz“, antwortet Leila Fendrich, Pressesprecherin der Stadtverwaltung, auf eine Anfrage unserer Zeitung. Die Investitionen der Stadt in moderne Drohnentechnik sowie in das speziell ausgerüstete Einsatzfahrzeug hätten sich bereits mehrfach und deutlich ausgezahlt.

Leonberger Drohnen: Ihre Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig

Die Einheit kommt insbesondere zur Lageerkundung, zur Unterstützung der Einsatzleitung, zur Aufklärung bei Bränden, Unwettern oder technischen Hilfeleistungen sowie zur Personensuche zum Einsatz.

Egal ob im Tiefflug oder hoch oben: Die Leonberger Drohnen lohnen sich. Foto: Bevölkerungsschutz Leonberg

Vier Einsatzkräfte sind im Normalfall notwendig, um eine der beiden Drohnen sicher in die Luft und auch wieder zurück auf den Boden zu bekommen. Da wäre zunächst der Flugleiter, der für die gesamte Abwicklung des Einsatzes verantwortlich ist und zudem als Ansprechpartner für die „einsatzführende Stelle“ dient. Der Fernpilot steuert die Drohne. Der Kamera-Operator steuert die Zusatzbeladung der Drohne, also die Kamera, die Wärmebildkamera, den Lautsprecher oder einen Scheinwerfer. Der Luftraumbeobachter ist verantwortlich für die Kontrolle des Luftraums, in dem die Drohne fliegt.

Die Einsätze waren bislang ganz unterschiedlicher Natur. Bei einer Bombenentschärfung in Böblingen habe man laut Fendrich die Stadt Böblingen bei der „Bewältigung der Einsatzmaßnahmen zur Entschärfung“ unterstützt. Einen weiteren Einsatz habe es zur Unterstützung bei einer Personensuche im Bereich von Bahngleisen bei Magstadt gegeben. Dabei habe die Wärmebildtechnik der Drohne eine sichere und risikoarme Erkundung ermöglicht.

Bei einem teilweisen Einsturz einer Scheune in Höfingen lieferten die Experten den Kameraden von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk wertvolle Bilder aus der Luft. „Somit mussten sich diese nicht in den gefährdeten Bereich begeben“, so Fendrich. Bei diesem Einsatz habe sich auch der umfangreiche Nutzen der Drohnen gezeigt. „Neben der Bildübertragung konnte mittels eines Scheinwerfers die Einsatzstelle zusätzlich ausgeleuchtet werden.“

Drohneneinheit ist an die Feuerwehr-Abteilung Warmbronn angedockt

Dass die Einheit bei der Warmbronner Abteilung der Leonberger Feuerwehr angedockt ist, hat einen Grund. Den formulierte Leila Fendrich bereits im Sommer: „Da andere Abteilungen bereits Sonderaufgaben wahrnehmen, wurde die Abteilung Warmbronn angefragt und die Mitglieder haben sich dazu entschieden, die Zusatzaufgaben gerne zu übernehmen.“

Die Einsatzkräfte wurden aufwendig qualifiziert, etwa durch umfassende Schulungen – von Luftrecht und Einsatzplanung über technische Flugausbildung bis hin zu praktischen Szenarien. „Die hohe Professionalität der Fernpiloten und des Bodenpersonals spiegelt sich inzwischen klar in der Einsatzpraxis wider“, betont die Pressesprecherin.

Drohnentechnologie als wertvoller Baustein des Bevölkerungsschutzes

Mit der bisherigen Bilanz ist man bei der Stadtverwaltung rundum zufrieden: Es habe sich gezeigt, „dass die Drohnentechnologie ein wertvoller Baustein für den modernen Bevölkerungsschutz der Stadt Leonberg ist“. Die bisherigen Einsätze hätten eindrücklich den Mehrwert, den die Drohneneinheit für die schnelle Lagebeurteilung, die Sicherheit der Einsatzkräfte und den Schutz der Bevölkerung biete, aufgezeigt.

Übrigens: Schon beim Pferdemarkt 2025 kam die Einheit zum Einsatz, wie aus Leila Fendrichs Antwort hervorgeht, ebenso beim riesigen Motorradtreffen Glemseck 101 im September. „In Abstimmung mit der Polizei ist derzeit auch der Einsatz beim kommenden Pferdemarkt vorgesehen“, so die Pressesprecherin.