Bester deutscher Angreifer beim 1:0-Sieg in Rumänien: Serge Gnabry (re.) Foto: dpa/Stefan Constantin

Der treffsichere Stürmer vom FC Bayern sichert den 1:0-Sieg in der WM-Qualifikation in Rumänien. Und auch ein Blick in die Statistik zeigt, warum der gebürtige Stuttgarter für die deutsche Nationalelf so wichtig ist.

Stuttgart - Völlig egal, wen Bundestrainer Joachim Löw letztlich für die EM 2021 nominiert, eines ist jetzt schon klar: ein klassischer Mittelstürmer wird nicht dabei sein. Denn im deutschen Fußball gibt es derzeit keinen Typen wie Robert Lewandowski (Polen), Harry Kane (England), Erling Haaland (Norwegen) oder Sasa Kalajdzic (Österreich), die natürlich allesamt klasse Kicker sind, als deren größte Stärke aber die Torgefahr, Präsenz und Wucht im Strafraum gilt. Umso wichtiger ist Serge Gnabry in der deutschen Nationalelf.

Der gebürtige Stuttgarter, der in Weissach aufwuchs und in seiner Jugend unter anderem für die Stuttgarter Kickers und den VfB spielte, schoss nicht nur den 1:0-Siegtreffer am Sonntagabend im zweiten WM-Qualifikationsspiel in Rumänien, er ist auch fester Bestandteil der Abteilung Attacke, die nicht einfach Bälle vor das gegnerische Tor schlagen und auf einen Abnehmer hoffen kann. Sondern eine andere Strategie wählen muss, „Serge Gnabry, Kai Havertz und Leroy Sané stellen immer wieder verschiedene Ebenen her, die einen kommen, die anderen gehen. Das müssen wir noch optimieren“, sagte Löw nach dem Erfolg in Bukarest – und lobte Gnabry: „Er ist extrem wichtig, als Ballverteiler und in vorderster Stelle.“ Weil er dort eine herausragende Quote aufweist.

Eine unerreichbare Legende

Der 25-jährige Profi vom FC Bayern hat in seinen 19 Länderspielen 15 Tore erzielt – 0,79 pro Partie. In der Statistik der vergangenen 50 Jahre liegt er damit (im Vergleich der Angreifer, die zweistellig getroffen haben) auf Rang zwei. Nur der legendäre Gerd Müller hat bessere und wohl auch für immer unerreichbare Werte: er machte 68 Treffer in nur 62 Spielen (Quote 1,10). Auf Rang drei hinter Gnabry folgt Klaus Fischer mit 32 Toren in 45 Spielen (0,71). Nationalmannschafts-Rekordschütze Miroslav Klose (71 Tore in 137 Spielen – 0,52), Lukas Podolski (49 Tore in 130 Spielen – 0,37), Jürgen Klinsmann (47 Tore in 108 Spielen – 0,44) und Rudi Völler (47 Tore in 90 Spielen – 0,52) können da nicht ganz mithalten.

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Klar, deren Konstanz über Jahre sowie deren Treffsicherheit bei großen Turnieren, wenn es wirklich wichtig wird, muss Serge Gnabry erst noch erreichen, doch über die dafür nötigen Qualitäten scheint er zu verfügen. Dazu zählt auch seine Fähigkeit zur Selbstkritik. Das Lob für sein Siegtor in Rumänien nahm er zwar zur Kenntnis, er sagte angesichts der vielen vergebenen Chancen aber auch: „Wir hätten das Spiel viel früher entscheiden müssen, haben uns das Leben selbst schwer gemacht. Wir müssen die Dinger einfach machen.“ Gegen die vermeintlich leichteren Gegner in der WM-Qualifikation. Und erst recht im Sommer bei der EM.

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Dann geht es schon in der Vorrunde gegen Weltmeister Frankreich und Europameister Portugal. Und um die Frage, wie groß das Manko, dass der deutsche Fußball derzeit über keinen klassischen Mittelstürmer verfügt, tatsächlich ist.

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